Stollenduft zieht durch das Haus

Sozial Bewohner erinnern sich an alte Zeiten

Der Duft von frisch gebackenem Stollen durchzog kürzlich das Marienberger Diakoniepflegeheim "Hoffnung", denn erstmalig wurde beim Männerstammtisch selbst Stollen gebacken. Dazu erklärte Heimleiter Markus Kärmer: "Da wir beim Männerstammtisch drei Bäcker dabei haben, entstand die Idee doch selbst einmal Stollen zu backen und das vom Einkaufen bis hin zum fertigen Gebäck." Matthias Schreiter ist als zusätzlicher Betreuer hauptsächlich für die Männer zuständig. Er schaffte die nötigen, zum Teil historischen Utensilien heran, über die man(n) auch wunderbar ins Gespräch kam. Als Hauptakteur stellte Heimbewohner Gerhard Fischer zuvor eine Liste zusammen und war selbst mit den Mitarbeitern die Zutaten einkaufen. Der 77-Jährige ist Bäcker und hat in seinem Berufsleben schon Hunderte von Stollen gebacken. Zum Rezept sagte der Senior: "Das Rezept ist genauso, wie ich es jahrelang beruflich aber auch zu Hause gemacht habe." Entstanden sind insgesamt vier leckere Stollen mit je 2,5 kg, die eigentlich vier Wochen liegen sollten. Doch das ist nicht zu schaffen. "Am 29. Dezember haben wir einen besonderen Tag. Dann gibt es im Haus eine Nach-Weihnachtsveranstaltung mit den Veehharfen und dazu wird der erste selbstgebackene Stollen angeschnitten", betonte Markus Kärmer. Insgesamt werden im Pflegeheim "Hoffnung" 50 Bewohner betreut. Der Männerstammtisch der in der Regel jede Woche stattfindet, soll die Gemeinschaft fördern aber auch Erinnerungen wachalten. Vor allem die dementen Bewohner werden dabei aktiv mit einbezogen. Und auch ihnen hat das Stollenbacken viel Spaß gemacht. Die Stollenbackaktion diente gleichzeitig der Einweihung des neuen Backofens, der unter anderem wöchentlich zum Backen von Kuchen und Plätzchen durch die Bewohner genutzt wird.