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Strahlende Wahrzeichen: "Alarmstufe Rot" im mittleren Erzgebirge

Protestaktion Veranstaltungstechniker setzen markante Gebäude mit ihren Strahlern gekonnt in Szene

Zschopau/Marienberg. 

Zschopau/Marienberg. In einem grellen roten Farbton leuchtende Gebäude haben am späten Dienstagabend viele neugierige Blicke auf sich gezogen. Im mittleren Erzgebirge wurden beispielsweise das Zschopauer Schloss Wildeck sowie die Baldauf-Villa in Marienberg auf diese Weise in Szene gesetzt. Aufgestellt hatten die Strahler Vertreter der Veranstaltungsbranche, die unter dem Motto "Alarmstufe Rot" auf die bedrohliche Situation ihrer Branche aufmerksam machen wollten. Seit über einem Jahr sind viele aufgrund der Corona-Pandemie ohne Aufträge. Schon im vergangenen Jahr hatte es deshalb erstmals die "Night of Light" gegeben, der nun die zweite Auflage folgte.

Wahl fällt auf wichtigen Treffpunkt

"20 bis 25 Veranstaltungen habe ich sonst pro Jahr, vom Polterabend bis zum Stadtfest", sagt Matthias Uhlig. Seit langem wartet der 37-jährige Marienberger allerdings vergeblich auf Aufträge. Bis auf einen Biker-Gottesdienst unter freiem Himmel hatte er keinen Anlass, seine Technik aufzubauen. Statt sie im Keller einstauben zu lassen, holte Uhlig nun zumindest 20 seiner Lampen aus dem Lagerraum und strahlte damit die Baldauf-Villa in seiner Heimatstadt an. "Das ist bei uns der Haupttreffpunkt für Feiern und Feste", erklärt der Veranstaltungstechniker, warum seine Wahl auf die Villa fiel, die zudem mit ihren architektonischen Eigenschaften zu einem Spiel von Licht und Schatten einlud.

Wassereffekt als Symbol für schwammige Regeln

In Zschopau hielten derweil viele Autofahrer kurz an, um einen Schnappschuss vom Schloss Wildeck zu machen. Schließlich wirkte das Wahrzeichen der Motorradstadt an diesem Abend ganz anders. Von 22 Uhr bis Mitternacht beeindruckte die rote Farbe zahlreiche Betrachter. Verantwortlich dafür waren Steffen Müller und Robin Beyer - zwei Veranstaltungstechniker aus Amtsberg, die ebenfalls unter der Corona-Zwangspause leiden. "Uns fehlt eine klare Perspektive", so Müller. Und den Veranstaltern, die sonst zu dieser Jahreszeit ein Fest nach dem anderen organisieren, fehlen klare Regeln. Deshalb traue sich kaum jemand, Verträge zu schließen. "Anfragen gibt es viele, aber schriftlich festlegen will sich niemand", berichtet auch Beyer. Als Symbol für schwammige Richtlinien wurde der Dicke Heinrich, also der große Turm im Schlosshof, diesmal mit einem zusätzlichen Wassereffekt in Szene gesetzt.

Vertrauen in die Politik fehlt

Ob ihre Aktion, bei der sie diesmal auch die Einsiedler Brauerei anstrahlten, tatsächlich in der Politik etwas bewirkt, bezweifeln die beiden Amtsberger. Schließlich gab es auch nach der Premiere im Vorjahr keine Reaktion seitens der Politiker. Allerdings erhielten die Veranstaltungstechniker viel Feedback aus der Bevölkerung für die "Night of Light". Sie glauben deshalb schon, dass ihre Bemühungen auch diesmal zumindest zum Nachdenken angeregt haben.