Streit gegen Ungeduld

Das Wort zum Sonntag von René Wiechmann

Haben Sie noch die Bilder von der letzten Weltmeisterschaft vor Augen: die sportlichen Wettkämpfe, dann die strahlenden Sieger auf dem Podest? Natürlich, es gab auch bittere Niederlagen. Das gehört zu einem Wettkampf. - Eine Art "Wettkampf" ist auch das Leben. In unterschiedlichen "Disziplinen" kann man siegen oder verlieren. Zum Beispiel in der Disziplin Geduld haben, wenn einen jemand mit seiner Art, seinem Verhalten nervt. Oder in der Disziplin Versöhnung suchen nach einem Streit, den ersten Schritt zu einem Neuanfang wagen. Oder in der Disziplin seine Meinung vertreten, auch wenn man weiß, dass die nicht gerne gehört wird. Oder in der Disziplin zuversichtlich bleiben, wenn es einem so richtig schlecht geht und man nicht weiß, wie es mit einem weitergehen soll. Wer möchte da nicht siegen - im Streit gegen die eigene Ungeduld, gegen Verzweiflung und Mutlosigkeit.

Und ich kann hoffen, dass alles, was mich ängstigt und belastet, nicht das Letzte ist, sondern dass die Zukunft der Liebe Gottes gehört. Mit dieser Hoffnung habe ich Anteil am Sieg Jesu, der die Welt überwunden hat. Und ich gewinne Kraft, immer wieder gegen all das zu kämpfen, was mein Leben belastet. In diesem Sinne ist der Glaube tatsächlich der Sieg, der die Welt überwindet.