Stützengrün und die Berliner Mauer

Erinnerung Der heutigen Generation das Leben in der DDR nahe bringen

Stützengrün. 

Stützengrün. Auf dem Gelände der Gemeindeverwaltung Stützengrün steht seit fünf Jahren ein Teil der Berliner Mauer. Initiator ist Bürgermeister Volkmar Viehweg gewesen. Die Aktion lief im Jahr seines Amtsantritts, als man auf 25 Jahre Friedliche Revolution schaute. Heute, fünf Jahre später, ist das Ganze noch genauso aktuell. "Persönlich habe ich von der Wende profitiert, ich hatte einen guten Job und das Glück, dadurch in der Region bleiben zu können und nicht, wie viele meiner Bekannten, die in die alten Bundesländer gependelt sind oder gar ohne Job zuhause waren."

 

Eine Sache der Unmöglichkeit

Viehweg ist dankbar: "Das war für mich stückweit der Grund, etwas zu schaffen, zum Erinnern, wie es früher war und welche Einschränkungen man hatte. In der heutigen Zeit ist vieles zu selbstverständlich." Man wolle nachfolgenden Generationen nahe bringen, wie das Leben zu DDR-Zeit war. Zum Mauerstück sagt Viehweg: "Wenn man davor steht und weiß, dass man darüber musste, wenn man weg wollte, ist das schon beeindruckend. Man sieht, dass es fast eine Sache der Unmöglichkeit war. Das ist vielen gar nicht mehr bewusst und den Grundschülern, die heute eine Exkursion zum Mauerteil machen, schon gar nicht."

Doch wie kam die Mauer nach Stützengrün?

Volkmar Viehweg hat in Berlin eine Baufirma ausfindig gemacht, die große Teile der Berliner Mauer abgetragen hat: "Diese sollten wohl geschreddert werden, sind aber für ein Kunstprojekt angeboten worden." Einige Teile standen auf dem Hof der Firma und Volkmar Viehweg hat eines für rund 600 Euro bekommen. An der Talseite ist Heiner Müller und vorn ein Freiheitskämpfer abgebildet.