Südkoreanerin findet in Seiffen ihren Traumberuf

Holzspielzeughandwerk Hyesung Kwak lernt an der Berufsschule im Erzgebirge

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Foto: Andreas Bauer

Zschopau/Seiffen. Dass erzgebirgische Volkskunst sich sogar in Asien einen Namen gemacht hat, klingt nachvollziehbar. Dass aber eine junge Frau aus jenem entfernten Kontinent die kleinen Holzfiguren zu ihrer Leidenschaft und sogar zu ihrem Beruf macht, ist durchaus eine außergewöhnliche Geschichte.

Die Rede ist von Hyesung Kwak, die in ihrer Heimat Südkorea einst Malerei studierte. Als sie 2012 einen deutschen Mann heiratete und nach Siegen zog, weckte Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge ihr Interesse. "Meine Schwiegermutter sammelte zum Beispiel Räuchermänner, Nussknacker und Engel", berichtet die 31-Jährige, die sofort hellauf begeistert war und nach einer Ausbildungsmöglichkeit suchte.

Fündig wurde sie in Seiffen, denn die der dortige Standort des Berufliches Schulzentrums für Ernährung, Technik und Wirtschaft des Erzgebirgskreises bietet die einzige Chance in Deutschland, den Beruf des Holzspielzeugmachers zu erlernen. "Ich möchte weiterhin kreativ sein", sagt Hyesung Kwak, die sich mittlerweile im zweiten von drei Lehrjahren befindet. Alles dreht sich ums Schnitzen, Drehen, Malen und Drechseln - Techniken, die sie später einmal auch ihrer Familie und ihren Freunden in Südkorea ganz genau zeigen will.