Tanzen für eine bessere Integration behinderter Menschen

Tanz Zweitakt bietet Kurs für Menschen mit Handicap an

Aue. 

Aue. Die Tanzschule Zweitakt in Aue bietet seit ihrer Eröffnung 2018 alle drei Monate einen Kurs für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung an. "Wir zeigen den Teilnehmern die Grundlagen in Disco Fox, Langsamen und Wiener Walzer sowie Blues", erzählt Hendrik Vogel, der Inhaber der Tanzschule. Zu den Teilnehmern im Alter zwischen 30 bis 60 Jahren gehören rund 15 Bewohner der Invitas GmbH in Schneeberg. Maud Hunold, die in der Einrichtung als Betreuerin im Bereich Wohnen arbeitet, hatte die Idee für den Tanzkurs. "Ich habe Hendrik Vogel gefragt, ob sie auch einen Tanzkurs für Behinderte anbieten könnten, um unser Angebot für die Bewohner zu erweitern", sagt sie. Sie sollen damit besser in die Gesellschaft integriert werden und ein Stück weit Normalität leben. Hendrik Vogel hatte nach der Anfrage keinerlei Bedenken, auch weil er bereits früher einen Kurs mit Behinderten durchgeführt hat.

Willkommene Abwechslung zum Alltag

"Unser Motto lautet Tanzen für alle. Damit die Bewohner sich das leisten können, kommen wir ihnen preislich entgegen", sagt der 34-Jährige. Während des Kurses spielt er die Musik langsamer, weil die Teilnehmer so besser folgen und die Tanzschritte verinnerlichen können. Außerdem erklärt er diese öfter und ausführlicher. "Ich achte schon darauf, dass die Schritte richtig getanzt werden. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn mal etwas nicht klappt. Das wichtigste ist der Spaß an der Bewegung", findet der Chemnitzer. Außerdem erlebt er den Kurs als willkommene Abwechslung. "Wir bekommen deutlich mehr Emotionen zurück als bei manchem anderen Tanzkurs." Auch Maud Hunold ist davon begeistert. Sie sagt: "Seitdem die Bewohner tanzen, sind sie aufgeschlossener und gehen besser auf andere Menschen zu".

Frank Geyer ist seit Beginn des Kurses dabei. Er wollte etwas Neues ausprobieren, wusste aber zuerst nicht, was ihn erwartet. "Am Tanzen gefällt mir, dass ich mich zur Musik bewegen kann, denn dabei bin ich mehr gefordert", sagt der 60-Jährige. Zudem schätzt er, dass die Bewohner sich untereinander besser kennenlernen. Am allerliebsten tanzt er zu Aschenbrödel den Wiener Walzer.