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Chemnitz

Telefonzelle bietet Stoff zum Schmökern

Idee Wildbacher starten einen öffentlichen Bücherschrank

Wildbach. 

Wildbach. In Wildbach steht eine etwas außergewöhnliche Telefonzelle. Wer im Inneren ein Telefon vermutet, der liegt falsch. Stattdessen findet man jede Menge Stoff zum Schmökern.

Wie alles begann

Richtig: die Wildbacher haben eine alte Telefonzelle einfach umfunktioniert und quasi einen öffentlichen Bücherschrank daraus gemacht. Und dieser wird rege genutzt. Annett Beier gehört zu den kreativen Köpfen im Ort, die das Ganze angeschoben haben. Sie erklärt, wie alles angefangen hat: "Wir hatten alle eine Menge Bücher zuhause und zum Wegwerfen waren sie uns zu schade. Wir haben nach einer Idee gesucht." Vor drei Jahren dann haben die Wildbacher aus dem Holz einer alten Linde, die auf dem Friedhof gefällt worden ist, fürs Pyramidenanschieben kleine Engel gebastelt mit kleinen Anhängern, die eine Geschichte beinhaltet haben. "Wir haben beschrieben, was die Linde zuvor in ihrem Leben schon alles gesehen hat", so Beier. Die Engel sind für 5 Euro das Stück verkauft worden und in Summe sind 200 Euro zusammengekommen. Man hat erfahren, dass es in Erfurt jemanden gibt, der alte Telefonzellen deutschlandweit aufgekauft und ein riesiges Lager hat. In Thüringen also haben sich die Wildbacher eine Telefonzelle geholt. Letztes Jahr dann hat man das gute Stück bemalt und die Zelle hat ein ganz eigenes Dach bekommen. Stück für Stück hat man dann Bücher einsortiert. Wie Annett Beier erklärt, stammen diese alle von Leuten aus dem Ort.

Neben der Telefonzelle lädt eine Bank zum Verweilen ein

Wie Beier weiß, wird die Bücher-Telefonzelle nicht nur von Einheimischen gern genutzt: "Es halten auch Leute von außerhalb mit dem Auto an. Es ist reges Begängnis." Es können Bücher entnommen, aber auch reingestellt werden. Bezahlen muss keiner etwas. Eine Regel gibt es allerdings, so Beier: "Kisten sollen nicht auf dem Boden stehen, also muss jeder Nutzer so viel Bücher mitnehmen, wie er reinstellt." Pro Reihe passen gut 30 Bücher rein und insgesamt sind es sechs Regalböden, weiß Annett Beier. Gleich neben der Bücher-Telefonzelle hat man eine Bank aufgestellt mit Stuhllehnen, die Lesefreunde zum Verweilen einladen.