Theaterstück lernt Kindern "Nein" zu sagen

Geheimsache Igel Präventionsprojekt für Kinder

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Bianka Heuser und Philipp Richter (v. l.) von der Dresdner Theatermanufaktur in "Geheimsache Igel". Foto: Jan Görner

Seiffen. Weil sich die kleine Krümel nicht getraut hat, nein zu sagen, hat ihr der böse blaue Mann in der Kiste weh getan und noch Schlimmeres angedroht. Zum Glück vertraute sie sich ihrem besten Freund Wurzel an, der ihr zeigte, wie das geht. Deshalb blieb sie standhaft, als sie der Mann ein zweites Mal in die Kiste zwingen wollte. Das Stück mit dem Titel "Geheimsache Igel" hat die Dresdner Theatermanufaktur in den vergangenen Jahren mindestens 250 Mal zur Gewaltprävention für Kindergartenkinder gespielt.

Derzeit sind Bianka Häuser und Philipp Richter in der Region zwischen Olbernhau, Seiffen und Zöblitz unterwegs, wo sie vor insgesamt 350 Kindern spielen. Organisiert hat das Projekt das Sozialwerk des Deutschen Frauenbundes. Dessen Mitarbeiterin Stefanie Porstmann betonte, es sei nicht nur Ziel, die Kinder mit dem Theaterstück zu unterhalten. "Sie sollen wissen, dass sie Nein sagen können und müssen, wenn sie etwas nicht wollen", sagte die Muldaerin.

Im Ernstfall darf das Nein auch geschrien werden, wie Krümel zeigte. Die beiden Theaterleute sind schon vor einigen Jahren in der Region auf Tour gewesen. "Ich bin froh, dass es das Angebot wieder gibt, denn es spricht ein wichtiges Thema auf ganz Kind gerechte Weise an", sagte die Leiterin des Kindergartens Seiffen Anke Bieneck. Hinweise auf häusliche oder gar sexuelle Gewalt habe sie zwar nicht. "Dennoch sollten die Kinder vorbereitet sein, wenn sie doch damit konfrontiert würden", so die Pädagogin.