Tiefe Risse im Kumpelverein

Streit Mitgliederversammlung wird beim FC Erzgebirge Aue zur Schlammschlacht

tiefe-risse-im-kumpelverein
Kapitän Martin Männel warb vergebens um eine faire Diskussion. Foto: Carsten Wagner

Aue. Die Beurlaubung von Sportdirektor Steffen Ziffert beim FC Erzgebirge Aue liegt ein halbes Jahr zurück. Doch sie ist nicht vergessen. Das zeigte sich deutlich während der zirka fünfstündigen Mitgliederversammlung des Vereins am vergangenen Samstag, an der Steffen Ziffert teilnahm. An seiner Personalie entzündete sich ein Streit, die Gräben sind extrem tief und wahrscheinlich kaum überbrückbar. Die Mitgliederversammlung der Veilchen entpuppte sich als bitterböse Schlammschlacht.

Im Schussfeuer der Kritik standen FCE-Präsident Helge Leonhardt und seine Familie. Zwar hatte FCE-Kapitän Martin Männel am Rednerpult noch an die Mitglieder appelliert, sachlich zu bleiben, doch sein Ruf verhallte ungeachtet. Allerdings war Männel auch der erste Redner, der Ziffert namentlich begrüßte. In seinem Rechenschaftsbericht hatte Veilchen-Präsident Leonhardt den Aufstiegsmachern gedankt, Ziffert aber nicht erwähnt.

In der hitzigen Diskussion gehörte Uwe Peschel zur Fraktion der Sachlichkeit, als er monierte: "Es findet eine Ignoranz der Mitglieder statt." Zudem kritisierte er, dass es die im vergangenen Jahr versprochene außerordentliche Mitgliederversammlung nicht gegeben hat. Jens Haustein mahnte an, dass sich der Verein nicht mit fremden Federn schmücken sollte. So sei der Bau des Internats Stadtsache gewesen, der Stadionbau liege auf dem Tisch des Landkreises. Zudem sprach Haustein davon, dass man einen Verein eben nicht wie ein Unternehmen führen könne, sondern immer die Fans mitnehmen müsste.

Stefan Schubert, der zum FCE-Förderkreis gehört, zog dann so richtig vom Leder. Er warf den Leonhardts Vetternwirtschaft vor und forderte den Präsidenten indirekt zum Rücktritt auf, als der davon sprach, dass die Reißleine gezogen werden müsse. Da geriet es schon fast zur Nebensache, dass der sofortige Wiederaufstieg geschafft wurde und der Verein trotz Abstiegs nur eine halbe Million Euro Schulden machte. Die Schulden begründete Leonhardt mit der gezahlten Aufstiegsprämie.