Toni Nickl viel beklatscht im Bergmagazin

VERANSTALTUNG Mutti und Kümmel-Fenchel-Anis-Tee sei gedankt

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Handgemachte Musik gab es am Samstag im Bergmagazin Marienberg zu hören. Der Lauterbacher Toni Nickl gestalteten das 10. Museumskonzert. Foto: Dirk Trautmann

Marienberg. Die 10. Ausgabe der Reihe mit Museumskonzerten im Marienberger Bergmagazin stand unter ganz besonderem Schutz. Toni Nickl, der den Abend bestritt, hatte einen ganz heißen Tipp von seiner Mutter wegen seiner Unpässlichkeiten bekommen: "Du holst dir aus der Apotheke Kümmel-Fenchel-Anis-Tee!" Und Toni, ganz braver Sohn, befolgte den mütterlichen Rat und bescherte somit 60 Konzertbesuchern einen rundum gelungenen Freitagabend.

Interpretation mit eigener Note

Schon das 1. Lied des Abends, "Cecilia" von Simon & Garfunkel, zeigte genau die Richtung auf, wohin der Abend steuern sollte: Handgemachte Musik mit Gitarre und Stimme mit Liedern, von denen ein großer Teil schon da war, als es noch keinen Toni Nickl gab. "Ich fühle mich, als wäre ich in der falschen Zeit groß geworden", sagt der junge Mann aus Lauterbach und fügt schnell hinzu: "Oder auch in der richtigen, um diese Musik spielen zu können." Und da waren Songs von Milow oder Deep Blue Something oder auch Robbie Williams fast die Ausnahmen, Toni Nickls Vorliebe sind die Lieder aus den 1960ern und 1970ern und die neueren, die sich gut zur Gitarre mit eigener Note interpretieren lassen und die eine schöne Melodie besitzen. Der Abend war somit gespickt mit Wohlfühlsongs à la Cat Stevens "Father and Son" und "It never rains in Southern California" von Albert Hammond oder auch "Imitation of Life" von R.E.M.

Ganz natürliches "Arzgebargsch" begeistert Publikum

Das hatte schon den Geschmack einer Oldieradiosendung, die man gern hört, weil die Lieder gespielt werden, die vielleicht nicht die ausgesprochenen Lieblingslieder sind, dafür solche, die man einfach mitsingen kann. Und dann werden diese Lieder auch noch von einem 22-Jährigen gesungen, der sich selbst mit der Gitarre begleitet. Und genau dieser 22-Jährige hat Spaß daran und vermittelt das auch - mit der Musik und in den kurzen Pausen zwischen den Liedern. Dann läuft Toni Nickl zur ganz großen Form auf und offenbart die Qualitäten eines Entertainers, der auch auf größerer Bühne bestehen könnte.

Und genau das hatte der Sozialversicherungsfachangestellte auch schon gemacht, vor 6000 Zuhörern auf der Belegschaftsversammlung seines Arbeitgebers in der Arena Leipzig oder vor einem geschätzten Millionenpublikum bei "Kinderquatsch mit Michael" im Fernsehen. Dort hatte er "Wu de Walder haamlich rauschen" von Anton Günther gesungen, genau in diesem "Arzgebargsch", in dem er die 60 Besucher am Freitag im Bergmagazin in den kurzen Pausen unterhielt. Das war ungekünstelt, einfach ganz natürlich und auch die Stimme hielt, Toni Nickls Mama sei gedankt, bis in die ganz frühen Morgenstunden.

Und nicht nur der junge Künstler, der sonst mit seiner Band "Shophonks" Blues und Hardrock spielt, empfand das Konzert im Bergmagazin als anregend, auch die Besucher genossen das Ambiente. "Das war ein sehr angenehmer Abend und es hat Spaß gemacht, in dieser Runde die Musik aus vergangenen Zeiten zu hören", sagte Yvonne Meyer aus Niederlauterstein. (tra)