"Too good to go": Schwarzenberger Bäcker nutzt nun App gegen Verschwendung

Idee Schwarzenberger Bäcker rettet seine Brötchen

Schwarzenberg. 

Schwarzenberg. Für die meisten Händler steht die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt. Deshalb möchten sie auch kurz vorm Ladenschluss noch ein gutes Sortiment vorhalten. Ärgerlich ist es, wenn beispielsweise ein Bäcker einen Kunden wegen fehlender Backwaren eine halbe Stunde vor Ladenschluss wegschicken muss. Doch die Sache hat einen Pferdefuß: Großes Sortiment heißt auch, dass kurz nach dem Ladenschluss noch frische Produkte in den Körben liegen.

Ganz sicher hat sich der ein oder andere schon einmal die Frage gestellt: Was passiert mit der kleinen Überproduktion an Brötchen oder Kuchen. Sie sind in der Regel verloren, werden am nächsten Tag nicht mehr verkauft. Jeder Bäcker, viele Fleischer und auch Gastronomen kennen das Problem.

Ihr Umgang damit ist unterschiedlich:

Der eine spendet an die Tafeln, der andere verkauft zum halben Preis und manch einer wirft auch einfach weg. "Too good to go", was so viel heißt, wie "zu gut fürs Wegwerfen", bietet nun eine Alternative. "Ich kenne die App schon länger", sagt Bäckermeister Pierre Kittel aus Schwarzenberg: "Aber ich habe es ganz lange beobachtet und überlegt." Mittlerweile ist er vom Konzept überzeugt.

Er ist momentan der einzige Bäcker im Raum Schwarzenberg, der sich angeschlossen hat. Das was übrig bleibt, packen Kittel und seine Frau Julia in Tüten. "Diese haben einen Wert von 10 Euro", sagt die Bäckerei-Inhaberin. Kunden der App könnten diese für 3,90 Euro erwerben und zwanzig Minuten nach Ladenschluss abholen. Die Kittels stoppen damit die Verschwendung von guten Lebensmitteln.