Tor in der 120. Minute beschert diesem Team aus dem Erzgebirge das Double

Nach dem Titelgewinn in der Erzgebirgsliga sichert sich der frisch gebackene Meister auch den Pokal – Zunächst lag der Favorit aber lange in Rückstand

Erzgebirge

Mit 21 Toren hat sich Rob Cornelius Schmiedel die Torjägerkanone der Fußball-Erzgebirgsliga gesichert.

Über 700 Zuschauer beim Finale des Erzgebirgspokals

Sechs Treffer gelangen ihm dabei per Strafstoß, doch einen solchen Schuss wollte sich der Angreifer des SV Neudorf im Finale des Fußball-Erzgebirgspokals lieber ersparen. „Davor hatte ich schon Bammel“, gesteht der 22-Jährige. Fast jeder der über 700 Zuschauer sah dieses Szenario schon kommen, als es zwischen den gastgebenden Neudorfern und dem FC Concoria Schneeberg nach 120 Minuten 1:1 stand. Doch dann kam noch ein letzter Steilpass – und Schmiedel blieb eiskalt.

Junges Team übertrifft alle Erwartungen

Mit seinem 2:1-Siegtor versetzte er die vielen SVN-Fans in Ekstase – genau wie die Verantwortlichen des Vereins und natürlich die Spieler selbst. „So ein Mannschaftsgefüge habe ich noch nie zuvor erlebt“, sagt Schmiedel, der im vergangenen Sommer vom VfB Annaberg II nach Neudorf gewechselt war.

Der Oberwiesenthaler war dort einer von jungen Spielern, denn gerade waren viele junge Eigengewächse in den Männerbereich gewechselt. „Wir sind mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison gestartet“, berichtet Kapitän Christoph Meyer. Nach dem dritten Spieltag verlor der SVN dann aber kein Spiel mehr. Zwar blieb das Team bescheiden, doch die Ambitionen wuchsen.

Taktik des Gegner geht lange auf

„Es war schön oben zu stehen, aber wir haben weiter von Spiel zu Spiel gedacht“, so Meyer. Weil die Erfolgsserie einfach nicht enden wollte, wurde im April die Meisterschaft zum Ziel erklärt. Schon vier Spieltage vor Schluss war dieses erreicht, doch mit letztlich 102 Saisontoren blieben die Neudorfer hungrig. Sie hielten die Spannung bis zum Pokalfinale hoch, wo ein gut taktisch clever eingestellter Gegner auf sie wartete.

„Weil Neudorf mit seinen langen Bällen hinter die Ketter immer für Gefahr sorgt, haben wir defensiver gestanden als sonst und uns aufs Kontern verlegt“, erklärt Schneebergs Trainer Felix Pahlisch. Sein Plan ging zunächst auf, weil Florian Kai Bochmann per Konter zur Führung traf (21.). Mit einem Traumtor (71.) rettete Routinier Thomas Löser den SVN jedoch in die Verlängerung, in der Schmiedel für die Entscheidung sorgte. „Es war trotzdem ein geiles Finale“, so Pahlisch.

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