Wenn die Altstadt von Lößnitz in festlichem Lichterglanz erstrahlt, erwärmt das die Herzen der Menschen aus nah und fern. Der Weihnachtsmarkt der Muhme, wie die Stadt auch genannt wird, öffnet seit 1691 immer am Wochenende des 3. Advent seine Tore. Besucher erleben auch bei der 335. Auflage vom 12. bis 14. Dezember wieder dieses ganz besonderes Flair in der festlich beleuchteten Altstadt mit den engen Gassen und dem großen Marktplatz.
In diesem Jahr bieten rund 60 Händler ein buntes und gefächertes Sortiment an und natürlich ist mit typischen Weihnachtsmarkt-Leckereien für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Doch es sind nicht nur die Buden, die diesen Markt so einzigartig machen - es ist das beeindruckende Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, von Engel & Bergmann bis hin zu den zahlreichen Vereinen, die den Markt zu einem lebendigen Bestandteil des erzgebirgischen Brauchtums machen. Die Lößnitzer haben auch wieder ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm auf die Beine gestellt.
Sternenmarsch als Auftakt
Zum Auftakt des 335. Weihnachtsmarktes gibt es am Freitag ab 18 Uhr wieder den Sternenmarsch der Mädchen und Jungen aus den Lößnitzer Kindertagesstätten, die das Licht in die Stadt bringen. Auch die Lößnitzer Weihnachtsmänner und Wichtel machen sich an diesem Abend auf den Weg in die Stadt. Feierlich werden die Pyramide in Gang gesetzt und der Weihnachtsbaum zum Erstrahlen gebracht. Nicht fehlen dürfen natürlich die Weihnachtsmänner und der Prolog von Engel und Bergmann. Und dieser Prolog, der 2001 von Karl Müller verfasst wurde, ist inhaltlich speziell auf die Lößnitzer Stadtgeschichte und die Besonderheiten ausgerichtet.
Muhmelädchen ebenfalls geöffnet
Zum Lößnitzer Weihnachtsmarkt hat das Muhmelädchen, das jetzt seit gut 1,5 Jahren regionale Händler bündelt, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils bis mindestens 20 Uhr geöffnet. Inhaberin und Betreiber ist die Bürgergenossenschaft "Gemeinsam für Lößnitz". Wie die Vorsitzende Katja Scheller-Hilbert sagt, hat man sich etwas einfallen lassen. Es gibt spezielle Aktionen: so wird unter anderem "Glüh-Gin" ausgeschenkt und am Samstag hält der Weihnachtsmann seine Sprechstunde direkt im Laden ab. Kinder können ihre Wunschzettel in den roten Weihnachtsmannpostkasten einwerfen. Wer die Adresse auf dem Zettel vermerkt, erhält sogar eine persönliche Antwort. Neu ist in diesem Jahr der Muhmelädchen-Adventskalender zum Selbstbefüllen. Die Händler haben hierfür kleine Tütchen vorbereitet.
Bergparade als Höhepunkt
Der Lößnitzer Weihnachtsmarkt erfreut sich zunehmender Beliebtheit und ist zu einem festen Bestandteil des weihnachtlichen Brauchtums geworden. Ein Höhepunkt ist die große Bergparade des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, die traditionell am Sonntag stattfindet.
In Summe werden 280 Uniformträger und 145 Bergmusiker diese Bergparade mitgestalten. Die Parade startet 17.15 Uhr und gegen 17.30 Uhr wird die Parade in der Innenstadt erwartet. Das Ganze wird in den vergangen Jahren auch schon, wieder auf einer 21 Quadratmeter großen Leinwand übertragen, sodass auch Besucher auf dem Markt den Verlauf der Parade verfolgen können. Die Parade ist der Abschluss des Weihnachtsmarktes in Lößnitz, der übers drei Tage hinweg einiges zu bieten hat auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer und zahlreichen engagierten Vereine, die zu Ausstellungen, Kaffee- und Bastelstuben sowie geselligem Beisammensein beim Weihnachtstanz und zur Mettenschicht einladen. Der Verein "Help" gestaltet auch in diesem Jahr wieder am Freitag für alle Interessierten einen Hutzennachmittag im Bürgerhaus mit Weihnachtstanz und Kaffeetisch. Auch der Lößnitzer Brauereiverein öffnet wieder seine Türen und bietet weihnachtliche Spezialitäten an.
Eine Besonderheit ist auch immer das Weihnachtskonzert, das im Anschluss an die Bergparade in der St. Johanniskirche zu erleben ist. Beginn ist 18:18 Uhr. Gesang/Chormusik. Besucher erleben als Interpreten verschiedene Solisten, den Kirchenchor Lößnitz-Affalter und die Kurrende Lößnitz. Aufgeführt wird der Weihnachtsteil aus Händels Messias, weihnachtliche Chormusik aus verschiedenen Stilepochen. Zuhörer können gespannt sein.
Ausstellung zum Lößnitzer Weihnachtsmarkt
Der Schnitz- und Bergverein Lößnitz öffnet im Rahmen des Lößnitzer Weihnachtsmarktes die Türen in seinen Räumlichkeiten in der ehemaligen Dampfbrauerei Schwartz in Lößnitz. Dort sind Weihnachtsberge und die Ausstellung "4 Jahreszeiten" zu sehen. Geöffnet ist am 13. und 14. Dezember jeweils von 13 bis 19 Uhr. Der Schnitz- und Bergverein Lößnitz ist im Januar 1879 durch 22 Weihnachtsbergbesitzer gegründet worden und gilt als einer der ältesten Schnitzvereine. In Lößnitz wird nachweislich seit über 300 Jahren geschnitzt und die Stadt war und ist Mittelpunkt der erzgebirgischen Schnitzkunst. Keine Stadt im Erzgebirge kann auf eine längere Tradition zurückblicken. Das Engagement der Mitglieder ist vor Kurzem mit dem "ERZgebBÜRGER 2025", dem großen Regionalpreis des Erzgebirgskreises gewürdigt worden in der Kategorie "Engagement für Kultur, Sport und Tourismus".




