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Traditionelle Arschleder-WM

Paulusberg Bärensteiner entführt Titel aus Neudorf

Zwei Jahre hintereinander musste die Arschleder-WM in Neudorf mangels Schnee ausfallen. Doch diesmal hatte der Wettergott ein Einsehen und die Skivereinsmitglieder machten das Beste aus dem Vorhandenen, schippten Schnee heran und richteten Rinnen der Wettkampfstrecke mühevoll her. Für gut 40 Wettruschler ging es auf der rund 81Meter-Piste den Paulusberg hinab. Die Arschleder stellte der Verein.

"Es lief alles reibungslos", zeigte sich auch Skivereinschef Gerhard Päßler diesmal zufrieden. Die Idee zum Arschleder-Wettruscheln entstand indes bereits in der Wendezeit. Sie geht auf den Bergbau im Erzgebirge zurück, bei dem die Bergleute in alten Zeiten mithilfe einem ums Hinterteil gebundenen Lederstückes, Arschleder genannt, ins Bergwerk einfuhren.

Und was im Bergbau üblich war, müsste doch auch im Schnee funktionieren, dachten sich wohl die Mitglieder des Skivereines Sehmatal, dessen Ausscheidungssystem in den Kategorien Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer vorsieht, dass unter jeweils 4 Startern 2 Ruschler weiterkommen. Außerhalb der Wertung wagte sich zunächst der 3-jährige Jason Emmrich, der mit seinen Eltern aus Ehrenfriedersdorf angereist war, die Piste hinab.

Doch so einfach war das ganze nicht, das Leichtgewicht mit einem viel zu großen Arschleder blieb mehrfach in der Rinne stecken, dass der Vater schon ein wenig nachhelfen musste. Unten angekommen erhielt der Knirps einen extra Applaus von den zahlreichen Zuschauern. Bei den Kindern war es Nick Hädrich aus Annaberg-Buchholz, der sich gegen die starke Konkurrenz behauptete, unter den Jugendlichen glänzte Niklas Scharschmidt aus Geyersdorf, bei den Frauen Katrin Hilbrich aus Neudorf und bei den Männern wurde schließlich Neueinsteiger Marco Schulze auf Anhieb Weltmeister im Arschleder-Wettruscheln. "Ich kann es noch gar nicht glauben", sagte der 19-jährige Bärensteiner, der erst durch einen Arbeitskollegen von der Gaudi erfahren hatte.

"Ich lag zwar zunächst hinten, konnte dann aber meine Körperspannung halten und damit ging es ab", so der frischgebackene Weltmeister, der auf alle Fälle seinen Titel im nächsten Jahr verteidigen will.