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Tragische Erinnerungsorte

Geschichte Tschechische Jugendliche arbeiten dunkles Kapitel auf

Die Verbrechen zwischen 1938 und 1945 vergiften nach wie vor die Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen. Nazis quälten und brachten bis Kriegsende Tschechen um. Danach setzte sich die Tragik während der Vertreibung der Sudetendeutschen aus Nordböhmen fort. Die Ausstellung "Tragische Erinnerungsorte" versucht dieses dunkle Kapitel der deutsch-tschechischen Kapitel aufzuarbeiten. Auf die Beine gestellt haben sie 80 Schülerinnen und Schüler aus acht tschechischen Schulen. Dabei wurden sie vom Verein "Anti Komplex" aus Prag begleitet. Zu dessen Zielsetzung zählt in erster Linie die kritische Reflexion der Geschichte. Auf einer Vielzahl von Informationstafeln sind menschliche Schicksale beschrieben. Seit mehreren Jahren tourt diese Ausstellung unter anderem auch durch Deutschland. Zu sehen ist täglich bis zum 12. September von 11 bis 18 Uhr im ehemaligen Sportgeschäft in der Olbernhauer Marktstraße. Der Heimatforscher Christian Göhlert hat sie auf ihrer Station in Zethau gesehen und wollte sie auch unbedingt in Olbernhau haben. "Ich halte es für sehr wichtig, dass dieser Teil unserer Geschichte aufgearbeitet wird", sagte er zur Eröffnung am Dienstag. Die Vorsitzende des Vereins Tivoli Olbernhau Ute Baatz betonte, dass gerade die Vertreibung der deutschen Minderheiten aus der Nordböhmen bis zur Wende ein Tabuthema war. Etwa 60 Besucher verschafften sich zur Eröffnung einen ersten Überblick. Die meisten waren sich darüber einig, dass sie noch einmal wiederkommen und die Tafeln in Ruhe studieren wollen. "Dazu ist heute zu großes Getümmel", sagte unter anderem die aus Brandau stammende Christa Preißler. Ihre Erinnerungen die Grauen der Vertreibung bleiben unvergessen. Groll oder Zorn hegt sie mittlerweile nicht mehr. "Die Zeit heilt alle Wunden", sagte die 76-jährige Blumenauerin. Aber, sie findet es wichtig, dass sich gerade tschechische Jugendliche um dieses Thema gekümmert haben. Nach der Ausstellungseröffnung wurden die Tragischen Erinnerungsorte noch im Stadtgespräch des Vereins Tivoli thematisiert.



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