Trainer-Familie zieht nach Aue

Entscheidung Domenico Tedesco holt im Sommer Frau und Tochter ins Erzgebirge

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Domenico Tedesco bei der täglichen Arbeit auf dem Trainingsplatz. Foto: Carsten Wagner

Aue. Als der erst 31-jährige Domenico Tedesco Anfang März beim FC Erzgebirge Aue den Trainerposten übernahm, hatten viele die Veilchen längst abgeschrieben. Doch Tedesco, für den es die erste Station im Profibereich ist, verhalf den Veilchen zu neuer Blüte. Er schaffte es, dass die Lila-Weißen wieder an sich selbst glauben und auch nach dem 32. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen. Aue hat auf Platz 15 zwei Punkte Abstand zu den Würzburger Kickers auf dem Relegationsplatz, gar drei Punkte Vorsprung sind es zu Arminia Bielefeld auf Platz 17.

Allein diese Tatsache müsste für Zuversicht sorgen, doch Trainer Tedesco befasst sich nach wie vor nicht mit der Tabellensituation: "Zuversicht gibt nicht die Tabelle oder die Tabellensituation - das ist oft trügerisch und gefährlich", sagt der Coach: "Zuversicht verbreitet, wie die Mannschaft arbeitet und wie wir spielen." Deshalb spielt der Blick auf die Tabelle keine Rolle.

Jammern auf hohem Niveau und feste Rituale

Tedesco ist ein akribischer Arbeiter. Er konzentriert sich voll und ganz auf seinen Job und seine Aufgaben. Der Arbeitstag des Cheftrainers beginnt in den frühen Morgenstunden und endet meist erst am späten Abend. Manchmal wird es Nacht, wenn er beispielsweise gerade ein Spiel des kommenden Gegners analysiert.

"Das ist Jammern auf hohem Niveau. Wir haben einen tollen Job. Ich habe tolle Mitarbeiter, die unterstützen mich, wo es nur geht. Es macht Spaß, die Zeit verfliegt und ich merke es nicht", so der 31-Jährige, der sich im Sommer in Aue eine Wohnung suchen will. Dann ziehen auch seine Frau und Töchterchen Lia (15 Wochen) nach Aue, worauf sich Domenico Tedesco natürlich sehr freut. Bis dahin gibt es Rituale, um den Kontakt aufrechtzuerhalten. "Jeden Morgen nach dem Aufstehen telefonieren wir und haben Videoanrufe. So kann ich die Kleine und meine Frau sehen", so der stolze Papa.

Um den Kopf freizubekommen und ein bisschen Freizeit zu genießen, braucht es für Tedesco nicht viel: Ein bisschen Champions League oder ein wenig DFB-Pokal und für den leidenschaftlichen Fußballlehrer ist die Welt in Ordnung.