Traum einer eigenen Bar verpufft

Geschichte Siegfried Höhnes Tanzbar entwickelte sich nach Wende zum Bordell

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Siegfried Höhne mit Bildern aus seiner ehemaligen "Reginabar".Foto: Georg Dostmann

Schneeberg . Vor genau 40 Jahren kam Siegfried Höhne in den Schneeberger Ortsteil Lindenau, weil seine Frau gerne eine Pension betreiben wollte. "Obwohl wir vorher noch nie im Erzgebirge waren, fand meine Frau Regina den Namen 'Schneeberg' schön", erzählt er. Daraufhin besichtigte er vor Ort ein Objekt und war von der Lage begeistert. Es handelte sich dabei um eine Gaststätte inklusive Ferienheim: die "Waldschänke", die er bis heute besitzt.

"Ich hatte sehr schnell konkrete Pläne, was ich aus der einfachen Dorfgaststätte machen wollte", sagt der Wirt. Von 1976 bis 1989 gehörte dieses der VEB Mechanisierung Leipzig. 1990 konnte Siegfried Höhne es käuflich erwerben. Anfang der 1980er Jahre baute er sich ein eigenes Haus in Lindenau, in der er eine Tanzbar einbauen und betreiben wollte. Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, der das Grundstück gehörte, genehmigte sein Vorhaben zunächst nicht. "1987 erhielt ich dann die Genehmigung für eine Tanzbar und eröffnete sie zwei Jahre später", erinnert er sich. Die Bar wurde sehr gut angenommen und war immer 14 Tage im Voraus ausgebucht. Anfangs besuchten jedes Wochenende über 100 Besucher die "Reginabar". Nach der Wende blieben die Gäste jedoch aus, bis zwei Zuhälter auf Siegfried Höhne zukamen und die Bar pachten wollten.

Sie brachten zwei junge Frauen mit und das Lokal öffnete 1993 als Animierbar. "Inoffiziell boten die Damen auch erotische Dienstleistungen an", berichtet Siegfried Höhne. Ihn selbst hat es nicht gestört, der Vermieter eines Bordells zu sein. Jedoch hatte er Angst, die Aufmerksamkeit der Ämter zu erregen. "Da man ein Bordell in Sachsen erst ab 50.000 Einwohnern betreiben darf, war es illegal", erklärt er.

Probleme gab es allerdings mit den Anwohnern, die sich durch den Lärm belästigt fühlten. Dieser Umstand führte bald zur Schließung. Bereits im März 1993 kaufte ein Nachbar das Haus.