Tröger, Günther, Zink: Die alten Wismut-Haudegen aus dem Lößnitztal

80 Jahre FC Erzgebirge Aue - Teil 1: Sie prägten eine ganze Fußball-Ära im Erzgebirge und machten den Verein aus dem Lößnitztal weit über die Grenzen der DDR hinaus bekannt.

Aue

"Vergiss nicht, wo du herkommst." Diese Worte soll der Vater von Willy Tröger seinem Sohn mit auf den Weg gegeben haben, als er in den 1950er-Jahren nach Aue ging. So erzählte es der einstige Mittelstürmer in Interviews, unter anderem im mdr-Fernsehen.

Vom Torwart-Traum zur Stürmer-Legende

Eigentlich träumte Willy Tröger von einer Karriere als Torwart. Doch das Schicksal hatte andere Pläne: Im Zweiten Weltkrieg verlor der 1928 in Zwickau geborene Fußballer seine rechte Hand. Das Fußballspielen gab er dennoch nicht auf. Tröger wechselte vom Tor ins Feld - und wurde dort zur Legende. 2004 starb er im Alter von 75 Jahren.

 

Wechsel ins Lößnitztal bringt Durchbruch

Entscheidend für seine Karriere war der Wechsel von Wismut Cainsdorf ins Lößnitztal. 1951, im Alter von 23 Jahren, schloss er sich Wismut Aue an. Für den Verein erzielte er in der DDR-Oberliga 104 Tore und absolvierte 237 Pflichtspiele. Allein in der Saison 1954/55 gelangen ihm 22 Treffer - damit wurde er Torschützenkönig. Zudem zeichnete ihn die DDR-Führung als "Meister des Sports" aus.

 

Drei Meistertitel und starke Nationalmannschaftsquote

Zu Trögers größten Erfolgen zählen drei Meisterschaften mit dem Club aus dem Lößnitztal sowie ein FDGB-Pokalsieg. In den 1950er-Jahren gehörte der "Tröger-Will" zu den populärsten Fußballern der DDR. Von 1954 bis 1959 spielte er für die DDR-Auswahl. Für die Nationalmannschaft erzielte er 11 Tore in 15 Länderspielen - eine beeindruckende Quote.

 

Engagement in Pirna - Stadion trägt seinen Namen

Ab Mitte der 1960er-Jahre war Tröger in Pirna aktiv und unterstützte den Aufbau der BSG Wismut Pirna-Copitz. Das dortige Stadion wurde später nach ihm benannt.

 

Armin Günther und der Pokalsieg 1955

Eine weitere Legende ist Armin Günther aus Schneeberg. Ihm ist der FDGB-Pokalsieg 1955 zu verdanken. Nach 111 Minuten erzielte Günther im Finale im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig den 3:2-Siegtreffer. Zwar blieb es der einzige Pokalerfolg für die Auer in der DDR, doch es folgten glorreiche Jahre mit drei Meisterschaften.

 

Klaus Zink - drittbester Torschütze der Wismut-Historie

Zu den alten Wismut-Haudegen zählt auch Klaus Zink. 1936 in Plauen geboren, lernte er dort das Fußballspielen. In Aue blühte er sportlich auf. Laut Statistik absolvierte er 278 Oberligaspiele und erzielte 83 Tore. In der ewigen Wismut-Statistik bis 1991 belegt er damit den dritten Platz hinter Willy Tröger (105 Tore) und Harald Mothes (88 Tore). Zudem gelangen Klaus Zink sechs Treffer im Europapokal - ein weiterer Beleg für seine sportliche Klasse. Anfang 2024 verstarb Klaus Zink.

 

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich