Typisierungsaktion für Karl : 612 potentielle Spender mobilisiert

Typisierung Stammzellenspende rettet Leben

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Franziska Ullmann ist für den VKS Sachsen unterwegs. Foto: R. Wendland

Aue. Franziska Ullmann ist für den VKS Sachsen (Verein für Knochenmark und Stammzellspende) unterwegs. Die 36-jährige aus Aue sagt: "Wichtig ist Typisierung und letztlich Stammzellspende immer, weil es unwahrscheinlich viele Menschen gibt, die darauf angewiesen sind. Man spricht davon, dass alle 16 Minuten in Deutschland ein Mensch an Leukämie erkrankt und wenn die Chemotherapie am Ende ist, hilft nur noch eine Stammzellspende."

Neben den Krebserkrankungen des blutbildenden Systems gibt es mittlerweile auch einig Autoimmunerkrankungen, die sehr erfolgreich mit einer Stammzellspende therapiert werden können. "Je mehr Spender registriert sind, umso höher ist am Ende die Trefferquote, dass man wirklich helfen kann", so Ullmann. Eine aktuelle Typisierungsaktion ist jetzt am Helios Klinikum in Aue gelaufen. In Summe waren es 612 Typisierungen - eine Zahl, die überwältigend ist.

Hoffnung für alle Erkrankten durch Typisierungsaktionen

Ins Leben gerufen hatte man die Aktion, nachdem aus dem Plauener Helios Klinikum ein Hilferuf kam. Der 10 Monate alte Karl braucht zum Überleben dringend eine geeignete Stammzellenspende. Der kleine Junge leidet an einer infantilen Osteopetrose, einer sehr seltenen Knochenstoffwechselkrankheit, die unaufhörlich voranschreitet.

Über die Aktion hofft man, einen geeigneten Spender zu finden. Eine Typisierung sei etwas Einmaliges, erklärt Franziska Ullmann: "Einmal typisiert ist immer typisiert. Es gibt in Deutschland viele Vereine, die Typisierungen anbieten. Die Daten werden aber alle in eine zentrale Datenbank eingespeist. Dort scheidet man automatisch aus, wenn man das 60. Lebensjahr erreicht hat." Um sich typisieren zu lassen, dürfe man nicht chronisch krank sein. rsw