Unbekannte Täter schneiden Gehegezaun auf - Tiere entkommen

Polizei Falk Ihle sieht das Ende seines geliebten Hobbys kommen

Olbernhau. 

Olbernhau. "Es ist eine Schande!", sagt Falk Ihle und wirft das herausgeschnittene Stück Zaun von sich. Unbekannte Täter haben nun schon zweimal den Zaun, der sein Wildgehege abgrenzt, durchgeschnitten. So sind ihm beide Male mehrere Tiere entflohen. Es geschah immer dann, wenn er auf Arbeit war.

Das erste Mal gingen die Täter am 2. Juli zu Werke. Eine Woche später durchschnitten sie den Zaun ein zweites Mal. Acht Damwildweibchen samt ihren Jungen sind seit dem verschwunden. Für den Olbernhauer bedeutet dies das Ende seines geliebten Hobbys. Lediglich ein Hirsch und zwei Muttertiere mit ihren Jungen sind ihm geblieben. Das Fleisch der Tiere ist für den Eigenbedarf bestimmt. Hin und wieder bekommen auch Freunde etwas davon ab. Damit ist nun Schluss. Vor allem einige Kinder aus der Region dürften nun traurig sein. Mehrere Kindergärten und Grundschulen haben für ihn in den vergangenen Jahren immer Kastanien als Winterfutter für das Damwild gesammelt und in den Hüttengrund gebracht. Falk Ihle hat ihnen das bezahlt. Das ist nun nicht mehr möglich. Der Olbernhauer braucht das Futter nicht mehr.

Dem Hobby widmet er sich seit 16 Jahren. Früher hatte er Schafe. Bei deren Hege und Pflege half ihm seine Mutter. Nach ihrem Tod konnte er die Schafe nicht mehr halten. Falk Ihle arbeitet auf Montage. Die wenige Freizeit zu Hause reicht für Betreuung der Schafe nicht mehr aus. Damwild ist da pflegeleichter. Deshalb hatte er sich damals dafür entschieden. Das Lebensende wird bei dem im Gehege lebenden Wild genauso herbeigeführt, wie das im Wald der Fall ist. Ein Jäger wird mit der Jagd beauftragt. Er bricht das Tier auch auf und zerlegt es entsprechend für den Verzehr. Darauf wird er in absehbarer Zukunft verzichten müssen. "Ich weiß nicht, wer mir das angetan hat. Eigentlich habe ich mit niemandem Streit", sagte er. Bereits nach der ersten Tat hatte der 56-Jährige Anzeige erstattet. Nun hofft er, dass die Täter geschnappt werden.