"Uns will keiner mehr" - Märchenfiguren in der Krise

Aktion Kinder spielen auf Burg Scharfenstein wichtige Rolle

uns-will-keiner-mehr-maerchenfiguren-in-der-krise
Im Hof der Burg Scharfenstein trafen sich allerlei Märchengestalten - von der Hexe bis hin zu Frau Holle. Foto: A. Bauer

Scharfenstein. Um Touristen anzulocken, baut die Burg Scharfenstein nicht nur auf ihre historische Tradition. Stattdessen widmen sich die Verantwortlichen der Burg, die zusammen mit den Schlössern Augustusburg und Lichtenwalde zu den "Sehenswerten Drei" gehört, immer wieder neuen Themen.

Aktuell ist die Playmobil-Ausstellung "Zirkusgeschichte(n)" zu sehen. Daran angelehnt wurde nun das alljährliche Familienfest unter dem Motto "Märchenzirkus" durchgeführt. Gemeinsam mit zahlreichen bekannten Märchenfiguren luden Zauberer, Clowns und der Zirkusdirektor die jungen Besucher zu interessanten Darbietungen ein.

Märchenfiguren in der Identitätskrise

Im Mittelpunkt standen dabei natürlich die Helden aus den Büchern der Gebrüder Grimm, die sich Sorgen um ihre Zukunft machten. Angesichts moderner Konkurrenz aus Fernsehen und Internet meinten Frau Holle und Co.: "Uns will keiner mehr." Da es "bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage schwer wird", zogen die Märchenfiguren bei ihrer "Tagung" im Burghof neben dem Ruhestand auch in Betracht, sich zu modernisieren.

So wollte der Wolf aus dem Rotkäppchen beispielsweise das Pinkkäppchen machen. Doch inspiriert von den Darbietungen des Zschopauer City-Balletts, das viele bekannte Märchen in seiner Aufführung vereinte, konnte das junge Publikum ihre Helden überzeugen. "Die Kinder mussten erst kommen, um uns die Augen zu öffnen", meinte der König im Namen aller Kollegen: "Wir bleiben bei unseren Märchen, denn die Kinder kennen uns noch."