Unternehmen suchen weiterhin händeringend Fachkräfte

Jobmarkt Agentur will Fähigkeiten Arbeitsloser mit den Anforderungen der Arbeitgeber in Einklang bringen

Annaberg-Buchholz. 

Annaberg-Buchholz. Die Annaberger Arbeitsagentur kann für ihren Agenturbereich gute Erfolge vermelden. So lag die Arbeitslosenquote 2019 im Jahresdurchschnitt bei 4,4 Prozent. Auch die Arbeitskräftenachfrage befindet sich auf einem guten Niveau. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit warb 5.425 Stellen ein. Das sind knapp 1.000 Stellen weniger als im Vorjahr. Stellentreiber waren das Verarbeitende Gewerbe, Personaldienstleister, das Baugewerbe und das Gesundheits- und Sozialwesen.

Bei Letzterem gibt es mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Ende Juni 2019 waren 115.753 Personen im Erzgebirgskreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt - das sind 332 weniger als im Juni 2018. Die größte Zunahme an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gab es in Heimen und im Sozialwesen, in der Öffentlichen Verwaltung, bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie im Gastgewerbe.

Immer mehr ausländische Beschäftigte in der Region

Fakt ist jedoch: Unternehmen suchen noch immer händeringend Fachkräfte und setzen daher schon seit Jahren auf ältere, erfahrene Mitarbeiter. Auch ausländische Beschäftigte, insgesamt 4.359 Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, gehen mittlerweile in der Region einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

Verlust von einem Viertel der Erwerbsfähigen bis 2030

"Für das Jahr 2020 gehen wir weiterhin von einer hohen Nachfrage an Fachkräften und einer positiven Einstellungsbereitschaft regionaler Arbeitgeber aus. Wir erwarten zudem ein stabiles Beschäftigungsniveau bei weiter rückläufigen Arbeitslosenzahlen. Die demografische Entwicklung in der Region wird sich weiter verschärfen. Das heißt, dass wir bis zum Jahr 2030 - gemeinsam mit der Lausitzer Region - nahezu ein Viertel der erwerbsfähigen Bevölkerung verlieren werden. Das ist schon eine Hausnummer.

Arbeitnehmer und Arbeitslose qualifizieren

Diese Herausforderung wird immer größer, je mehr das verfügbare Bewerberpotenzial zurückgeht. Lassen Sie uns gemeinsam die Auswirkungen der Demografie sowie der Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt meistern. Arbeitslose und Arbeitnehmer zu qualifizieren ist dabei eine erfolgversprechende Möglichkeit", resümiert Agenturchef Nino Sciretta. Das Augenmerk der Arbeitsagentur liegt dabei auf Jugendlichen ohne Abschluss, Langzeitarbeitslosen, Menschen mit Handicap und Menschen mit Migrationshintergrund.