Unterricht in den Wald verlegt

Umweltbildung Jugendliche kümmern sich um Fortbestand der Arnika

Eine Waldlichtung im oberen Schwarzwassertal bei Kühnhaide: hier und da sind einige frisch gefällte Baumstämme zu sehen, einige Äste liegen schon ordentlich auf Haufen, andere sind frisch abgeschlagen, dazwischen eine Gruppe von rund zehn Jugendlichen. Was ein bisschen nach illegalem Holzeinschlag fürs Lagerfeuer klingt ist in Wahrheit eine Naturschutzmaßnahme in Verbindung mit einer deutsch-tschechischen Jugendbegegnung. Unter Leitung des Fördervereins Natura Miriquidica e.V. und in Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst kümmern sich die Jungen und Mädchen um ein derzeit ganz unscheinbares Pflänzchen - die Arnika. Das Gewächs ist eine typische Gebirgspflanze, die mit kargen Böden gut klar kommt, aber trotzdem auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht. "Hier auf der Fläche findet sich noch ein Bestand an Pflanzen, doch durch angeflogene Fichten und anderen Bewuchs ist der Standort gefährdet. Deshalb beräumen wir mit den Jugendlichen das Areal", sagte Biologe Kay Meister. Die neun Schülerinnen vom Gymnasium Olbernhau und die acht Mädchen und zwei Jungs aus dem Gymnasium Litvinov sind freiwillig bei der Jugendbegegnung dabei. "Ich interessiere mich für den Naturschutz und weiß wie wichtig es ist, sich um bedrohte Pflanzen zu kümmern", sagte Ida Hunger. Zwischen den beiden Bildungseinrichtungen besteht schon seit längerem eine Schulpartnerschaft, das gemeinsame Projekt führen sie das zweite Mal durch. Während dieser Zeit wohnen die Schüler im Rübenauer Haus der Kammbegegnung und natürlich wird nicht nur von früh bis spät gearbeitet. Es gibt Ausflüge in die Partnerschulen und ein bisschen Lagerabenteuer auf dem Kamm mit GPS Rallye und Nachtwanderung. "Aber trotzdem ist es Unterricht, nur eben nach draußen in die Praxis verlegt", so Kay Meister.