Unterrichtsstoff wird für eine Nacht lebendig

Jolkafest Russisch-Lehrerin bringt Schülern Traditionen näher

Zschopau. 

Zschopau. Dass sich die Kinder in Russland nicht am 24., sondern erst am 31. Dezember über ihre Geschenke freuen dürfen, war nur eine von vielen Erkenntnissen der russischen Märchennacht in der Zschopauer Martin-Andersen-Nexö-Oberschule. "Dort wird Ende des Jahres das Jolkafest gefeiert. Jolka bedeutet Tannenbaum. Der steht immer in der Mitte des Zimmers, und um ihn herum wird gesungen, getanzt und gefeiert", erklärte Russisch-Lehrerin Fanija Büchner, die das Projekt organisiert hatte. Elf Kinder erlebten dabei interessante Stunden.

Typisch Russisch

Los ging es mit einem typisch russischen Abendbrot, bei dessen Zubereitung auch einige Eltern noch mithalfen. Die gefüllten Teigtaschen, Piroschki genannt, kamen dabei bestens an. Frisch gestärkt beschäftigten sich die Fünft- und Sechstklässler dann mit weiteren Traditionen des Landes, aus dem Fanija Büchner stammt. Geboren in Sibirien und aufgewachsen im Ural, kennt sich die Lehrerin bestens aus. Zum Beispiel in der Märchenwelt, aus der sie die Geschichte vom Rübchen ausgewählt hatte. Mit selbst gebastelten Fingerpuppen spielten die Kinder das Märchen nach, bei dem eine Rübe nur mit geballter Kraft aus der Erde zu bekommen ist.

Mit den Puppen schulten die Schüler nicht nur ihre Sprache, sondern auch ihr Koordinationsvermögen. "Es ist wichtig, alle Sinne in den Unterricht mit einzubeziehen", erklärt Fanija Büchner, die mit der gesamten Märchennacht eine schöne Abwechslung zum "trockenen" Schulunterricht auf die Beine gestellt hatte. Auch das Basteln der Neujahrskarten machte den Kindern großen Spaß. "So kann die Schule zu einem Erlebnis in der Kindheit werden. Die Schüler erleben den Stoff mal ganz anders und behalten ihn so besser in Erinnerung", nennt die Lehrerin den Grund für das Jolkafest in Zschopau.