Unterschiedliche Klangfarben werden vereint

Auftritt Zschopauer Niels Sigmund spielt zusammen mit zwei Asylbewerbern

Für eine willkommene Abwechslung sorgt in Zschopau stets der Lebendige Adventskalender mit seinen musikalischen Tönen. Der Tupfer im meist grauen Alltag war sogar noch etwas bunter als sonst, als sich das Türchen in der Erzgebirgssparkassen-Filiale öffnete. Denn neben dem Amadeus Pop Orchester trat auch ein internationales Trio auf, das mit interessanten Klängen zeigte, wie Musik die Menschen verbinden kann.

Zusammen mit den beiden Asylbewerbern Mazloum und Obadah bot Niels Sigmund dem Publikum eine eigene Version von "Jingle Bells". Obwohl viele das Lied schon oft gehört hatten, klang es diesmal ganz anders. "Es kommen ja auch zwei völlig unterschiedliche Klangfarben zusammen", erklärt Sigmund. Während Obadaha an einer Kistentrommel den Rhythmus vorgab, spielte der Zschopauer Stadtrat Gitarre und Mazloum eine Baglama. Obwohl es sich in beiden Fällen um Zupfinstrumente handelt, sind das "zwei völlig unterschiedliche Welten", wie Sigmund betont: "Eine Baglama ist ganz anders gestimmt."

Zu dieser interessanten Zusammensetzung kam es, weil Sigmund im September spontan die Initiative ergriff. Um herauszufinden, ob es im örtlichen Asylbewerberheim auch Musiker gibt, nahm der 44-jährige Zschopauer zu einem Picknick seine Gitarre mit. Dabei weckte er das Interesse von Mazloum, der aus dem Nordosten Syriens stammt. Zunächst einmal musste eine Baglama her, was gar nicht so einfach war. "Dann zeigte sich, dass Mazloum sehr gut spielen kann", so Sigmund. Für gemeinsame Proben blieb wenig Zeit. "Wir haben nur dreimal zusammen geübt und waren natürlich etwas aufgeregt", sagt der Zschopauer über den Auftritt, dem weitere folgen könnten. Genauso hofft der 44-Jährige, mit einiger Unterstützung weitere Instrumente für Asylbewerber besorgen zu können: "Es gibt viele unter ihnen, die spielen wollen, zumal die Musikschule direkt um die Ecke ist."