Untertage in Waschleithe

Ausbildung Spezialeinheit trainiert im Herkules-Frisch-Glück

Stillgelegte Bergwerke faszinieren die Menschen schon seit vielen Jahren. Schaubergwerke beispielsweise gibt es im Erzgebirge wie Sand am Meer. Doch nicht nur die offiziellen Gruben werden gern einmal von Bergbauenthusiasten besucht, auch leerstehende Bergwerke sind für sie reizvoll. Doch was passiert, wenn mal etwas passiert? Diese Frage haben sich vor einigen Jahren Altbergbauforscher gestellt, denn sie kamen zu der Erkenntnis, dass es Rettungslücken gibt. "Herkömmliche Rettungsgruppen kommen da einfach nicht weiter", sagt Jan Münch, der zur Untertagerettung der Bergwacht Harz gehört und aus Annaberg-Buchholz kommt. Die Mitglieder der Untertagerettung absolvierten am Samstag einen Ausbildungstag im Schaubergwerk Herkules-Frisch-Glück in Waschleithe.

Aufgabe der ehrenamtlichen Gruppe ist die Rettung von Personen aus Altbergbauanlagen. In Waschleithe standen vier Ausbildungsschwerpunkte im Mittelpunkt. So wurde eine Suchtaktik für unterirdische Anlagen entwickelt, denn oft gibt es keine eindeutigen Risse, die bei der Suche helfen könnten. Wissen zur Beurteilung der Standfestigkeit von Felsen wurde ebenfalls vermittelt. Zudem ging es Grundwissen zur Erstversorgung eines Patienten und um Seilbahnbau. Eine normale Trage, wie sie beispielsweise durch die Bergwacht verwendet wird, kann bei einem Untertage meist nicht verwendet werden. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die medizinische Erstversorgung von Verunglückten. "Wichtig ist die Wärmeversorgung." Meist seien die Patienten stark unterkühlt. Daher rücken die Retter immer auch mit Tee und Wärmflaschen aus.