Untertage wird scharf geschossen

Sport Verein zieht mit einzigartiger Anlage Profis aus der ganzen Welt an

Hinter dem Tor des Schießstandes Rosenberg 1 verbirgt sich etwas europaweit Einzigartiges. Das betont der Vorsitzendes Schützenvereins Mittleres Erzgebirge Thilo Weidensdörfer. Nicht umsonst nutzen die Vertreter internationaler Waffen- und Munitionshersteller sowie Angehörige von Sondereinsatzkommandos, mobiler Einsatzkommandos sowie Krisenreaktionskräfte der Bundeswehr den Schießstand für ihre Zwecke. Da die Anlage unter Tage liegt, herrschen hier ganzjährig Laborbedingungen. Die Schießbahn befindet sich im Überleitungsstollen 1. Dieser sollte das Wasser aus einer geplanten Talsperre bei Kühnhaide nach Chemnitz leiten. Das Projekt wurde in den 1980er Jahren eingestellt. "Die Bedingungen sind unter Tage immer gleich", versichert Thilo Weidensdörfer. Hier weht kein Wind. Die Temperaturen liegen 365 Tage im Jahr bei neun Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit bei 95 Prozent. Waffen- und Munitionshersteller können so genauestens Veränderungen ihrer Produkte und Chargen feststellen. Sport- und Behördenschützen finden damit beste Trainingsmöglichkeiten. Der Schützenverein Mittleres Erzgebirge hat in die Schießbahn etwa 50.000 Euro aus Eigenmitteln investiert. Erst Ende 2014 ist die Anlage in Betrieb gegangen.