Der Fußball schreibt immer mal wieder besondere Trainergeschichten – so auch bei Erzgebirge Aue. Drei Coaches sollen hier erwähnt werden. Einer davon heuerte gleich dreimal im Lößnitztal an, ein anderer gab das kürzeste Intermezzo in der Veilchen-Historie (Interimstrainer ausgenommen) und der dritte Coach erfüllte die ihm gestellte Aufgabe mit Bravour, zog anschließend aber sofort weiter.
Aue im Jammertal
Los geht es mit Pavel Dotchev: Wir schreiben das Jahr 2015. Der FC Erzgebirge Aue befindet sich im Jammertal, der Abstieg in die 3. Fußball-Liga war nicht abzuwenden. Die Mannschaft brach auseinander. Nur Torwart Martin Männel bekannte sich zeitnah zum Verein. Präsident Helge Leonhardt machte Steffen Ziffert, der bis dahin als Co-Trainer und zuvor als Leiter des Nachwuchsleistungszentrum fungierte, zum Sportdirektor und holte Dotchev als Cheftrainer ins Lößnitztal. Ziffert, Dotchev und Leonhardt bauten ein Überraschungsteam zusammen, dem der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga gelang und der sich den Sachsenpokal sicherte. Doch die gemeinsame Reise zwischen Dotchev und dem FC Erzgebirge Aue endete nach nur einem reichlichen halben Jahr in der 2. Bundesliga. Nach der 1:4-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden trat Dotchev Ende Februar 2017 zurück. „Wenn ich gehe, dann durch die Vordertür“, soll er damals angekündigt haben und so gab es zu seinem Abschied sogar eine Pressekonferenz. Durch die Vordertür kam er im November 2021 auch zurück: Dotchev wurde Sportdirektor im Lößnitztal. Im Februar 2022 übernahm Dotchev in Personalunion das Team zusätzlich als Cheftrainer. Den Abstieg konnte er nicht verhindern. Dotchev verließ im Sommer den FCE, um Ende 2022 zum dritten Mal als Cheftrainer zurückzukehren. Dem FCE gelang 2022/23 mit ihm der Klassenerhalt, 2023/24 landete der Verein auf dem 6. Tabellenplatz. Der Start in die Saison 2024/25 war super und aussichtsreich, trotzdem kündigten die Verantwortlichen völlig überraschend im November 2024 an, dass Dotchev nach der Saison kein neues Vertragsangebot erhalte. Geschwächt in seiner Position blieben Erfolge plötzlich aus, Der FCE entließ Dotchev vorzeitig bereits am 1. Dezember 2024.
Sensation gelungen
Weiter geht es mit Domenico Tedesco. Als Dotchev 2017 zurücktrat, hatte ihn als neuen Coach niemand auf dem Zettel. Doch der damalige Präsident Helge Leonhardt präsentierte mit Tedesco ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Ihm gelang die Sensation: Der Klassenerhalt. Auf eigenen Wunsch zog er weiter und übernahm den Bundesligisten Schalke 04.
Fehlstart zum Saisonstart
Zum Schluss die kurze Amtszeit von Thomas Letsch: Der Fußball-Zweitligist präsentierte im Juni 2017 – nach Tedescos Weggang – Letsch als neuen Cheftrainer. Der Saisonstart war ein Fehlstart. Nach drei Spieltagen hatte der FCE keinen einzigen Punkt. Am 14. August 2017 musste Letsch nach nur 44 Tagen wieder gehen.
Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.



