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Ur-Instinkt will mit ehrlicher, handgemachter Musik nach oben

Musikpreis Vier Musiker aus Annaberg-Buchholz gewinnen Doppel-Bronze

Annaberg-Buchholz. 

Annaberg-Buchholz. Die Deutschrock-Band Ur-Instinkt aus Annaberg-Buchholz - das sind der Frontman, Songschreiber und Gitarrist Manuel Freier (31 Jahre), Gitarrist Tino Häubl (31), Bassist Sebastian Steher (37) und Schlagzeuger Christian Brückner (37). Die Vier machen seit 2012 Musik und hatten sich Ende August des letzten Jahres für den renommierten Deutschen Rock und Pop Preis 2020 der Musikindustrie mit zwei ihrer Songs beworben, die beide in zwei Kategorien jeweils Bronze erreichten. "Symphonie der Angst" wurde mit dem 3. Preis für den "Besten Rock Song" 2020 und "Mein Freund" mit dem 3. Preis für den "Besten deutschen Text" 2020 geehrt.

Stetige musikalische Veränderung

Die vier erzgebirgischen Musiker durchliefen über die Jahre stetige Veränderungen und entwickelten sich zu einem festen Bestandteil der Musikkultur des südsächsischen Raumes. Natürlich gab es in der Vergangenheit auch Rückschläge, wie der Ausstieg des Gründungsmitglieds Toni Wohlgemuth 2018. "Wir haben bislang vorwiegend regional gespielt. Wie in Rübenau vor einigen Jahren beim Biker-Treffen vor über 1000 Leuten. Wir treten auch oft in Jugendclubs auf. Schade ist, dass wir uns bislang noch bei keiner Veranstaltung für das aktuelle Jahr bewerben konnten. Wie es weiter geht, ist derzeit unklar. Es ist gerade sehr schwierig für uns als Band", so Manuel Freier.

Zwischen ruhigem Rock und Heavy Metal

Nach mehreren EP-Veröffentlichungen erschien im März 2018 das erste Album der Band "Der Weg zurück" mit Musikstücken aus den Jahren 2012 bis 2018, im April des Vorjahres kam der aktuelle Longplayer "Aderlass" auf den Markt, produziert im heimischen Tonstudio von Annaberg-Buchholz. Das Repertoire der Band aus Annaberg-Buchholz, die vor acht Jahren aus einem Rockcover-Projekt entstand, umfasst Balladen und ruhige Rocksongs, aber auch Heavy Metal. Sozusagen von zart bis hart. Vorbilder der Jungs sind neben der Band Rammstein alles, war in Richtung Deutsch-Rock geht.

Über Trennung und Herzschmerz

"Aufgrund dessen, dass sich das vergangene Jahr nicht besonders gut eignete, das neue Album live zu präsentieren, suchten wir alternative Wege, unsere Musik mit der Öffentlichkeit zu teilen. So nahmen wir mehrere Videos auf und stießen durch einen befreundeten Musikerkollegen auf den 38. Deutschen Rock und Pop Preis 2020. Nach reichlicher Überlegung bewarben wir uns dort mit zwei Songs unserer aktuellen CD. "Symphonie der Angst" ist für uns insgesamt der stärkste Song auf dem Album. Er behandelt das altbekannte Thema Herzschmerz und ist in einer Trennungsphase unseres Sängers entstanden. Der Titel "Mein Freund" ist für uns textlich der herausragendste Song des Albums. Er entstand, um den 2003 verstorbenen Vater Lothar unseres Gitarristen Tino ein Denkmal zu setzen. Ihn zu beschreiben stellte uns vor große Herausforderungen, was uns aber in unseren Augen sehr gelungen ist", unterstrich Manuel Freier.

Gute Nachricht: Nominierung zum Rockpreis

Ende November des vergangenen Jahres erhielt das Quartett die Benachrichtigung, im Finale zum Rockpreis unter 1300 Einsendern zu stehen. Ein persönliches Treffen gab es nicht aufgrund des erneuten Lockdowns und damit blieb es am 12.12. ruhig in der Siegerlandhalle von Siegen. "Wir bekamen stattdessen einige Tage später per Post unsere Urkunden. Die Auszeichnungen bestärken uns natürlich, weiter zu machen und zeigen uns, dass wir es schaffen können genau dahin zu gelangen, wo wir hinwollen - nach ganz oben", so der 31-jährige Kopf der Band, Gitarrist, Sänger und Songschreiber Manuel Freier. Er betont: "Wir wollen jeden erreichen. Es soll keine Musik sein für ein ausgewähltes Publikum. Vielmehr wollen wir einen großen Kreis von Menschen mit unserer Musik, die wir gemeinsam schreiben und produzieren, bislang haben wir 30 eigene Songs, ansprechen und begeistern." Bezüglich der Bewerbung sagte er: "Klar, wenn man sich bewirbt, will man auch etwas gewinnen. Jedoch hätten wir wirklich nicht damit gerechnet, so weit zu kommen. Entsprechend waren wir vor Freude ganz aus dem Häuschen. Jetzt wissen wir, wo wir stehen und können auf dem Feedback aus der Musikindustrie und Co. aufbauen. Wir spielen fast ausschließlich eigene Songs bei Konzerten, ausgenommen der finale Song, der ab und an ein gecoverter ist. Wir beabsichtigen nach Lockdown-Ende, eine Reihe von Videos aufzunehmen, um uns nach der langen Zeit des verordneten Nichtstuns angemessen präsentieren zu können. Und wir freuen uns ungemein darauf, endlich wieder zusammen zu spielen. Bislang spielen wir jeder für sich. Ausgenommen unser Schlagzeuger, der nicht üben kann, da es im hellhörigen Wohnblock einfach nicht möglich ist."