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Urkunde der Büchsenmacher übergeben

Historisch Zufallsfund im Sparkassenarchiv entpuppt sich als kleine Sensation für Olbernhau

Olbernhau. 

Es ist eine kleine Sensation, die das Museum in Olbernhau am letzten Freitag als Dauerleihgabe vom Archiv der Erzgebirgssparkasse erhalten hat - das Original der Innungsurkunde der Schlosser und Büchsenmacher von 1704. Das wertvolle Dokument wurde auf Pergament auf Ziegenhaut geschrieben und gilt, gemeinsam mit der Urkunde der Tischler und Büchsenschäfter, als älteste Belegung des Markt- und Innungsrechtes in Olbernhau. Das ist deshalb so besonders, da dieses Recht eigentlich nur Städten zustand, Olbernhau aber erst 1902 Stadtrecht erlangte. Nur guten Beziehungen zum sächsischen Hof war der Umstand zu verdanken. Jedenfalls galt die Urkunde als Beleg für den einst wichtigsten Industriezweig der Stadt lange Jahre als verschollen. Bis es Horst Möckel, der Hüter der Sparkassen-Schätze, besser gesagt der Archivar der Erzgebirgssparkasse, die Urkunde wieder fand. Vermutlich sei das Papier 1995, als in Olbernhau die Geschäftsstelle aus dem Rathaus in die neue Filiale am Gessingplatz umzog, mit ins Archiv gekommen, dass sich damals in Zöblitz befand. Mit der Fusion der Sparkassen hat die Urkunde gemeinsam mit vielen anderen Unterlagen dann ihre Reise nach Aue und schließlich nach Schwarzenberg ins heutige Archiv des Finanzhauses angetreten. Soweit haben die Mitarbeiter der Erzgebirgssparkasse den Weg rekonstruieren können. Als nun Herr Möckel eben jene Kisten zur Archivierung auspacken wollte gab es den Sensationsfund. "Ich habe gleich gemerkt, was ich da in Händen halte", so der Archivar. In Olbernhau wurde das Dokument zunächst von Museumsmitarbeiterin Andrea Börner in eine lesbare Schrift übersetzt. Zukünftig soll eine Kopie des Originals neben originalen Olbernhauer Gewehren und Büchsen gezeigt werden.