Veilchen-Boss platzt der Kragen

Fußball Nach neuen Corona-Sanktionen spricht Helge Leonhardt Klartext

Aue. 

Aue. Das war einfach zu viel. Dabei war Veilchen-Präsident Helge Leonhardt während der bisherigen Corona-Pandemie immer ein eher sachlicher Geist. Der charismatische Unternehmer mahnte zur Besonnenheit, zur Ruhe und zum Zusammenhalt. Doch nachdem am Montag der Erzgebirgskreis aufgrund der hohen Infektionszahlen vom Robert-Koch-Institut zur Risikoregion erklärt wurde, platzte Leonhardt der Kragen: "Das ist kaum noch nachvollziehbar und schwer vermittelbar", wetterte der aufgebrachte Veilchen-Boss. Hintergrund waren zweierlei Dinge. Erstens musste der Erzgebirgskreis, weil der Inzidenzwert auf über 50 angestiegen war, die eigenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie anziehen. Das betrifft auch den FC Erzgebirge Aue, denn bei Groß- und Sportveranstaltungen sind nur noch 500 Besucher zugelassen. Damit gehen dem Verein auch gegen Heidenheim wichtige Einnahmen flöten. Zweitens gilt für Urlauber aus dem Erzgebirgskreis nun in vielen Bundesländern ein Beherbergungsverbot. "Das ist der größte Quatsch überhaupt", echauffiert sich der Präsident und fordert, dass das Beherbergungsverbot sofort aufgehoben werden sollte. Die Durchführungsbestimmung für die Beherbergung auf der einen Seite für Touristen und auf der anderen Seite Geschäftsleute ist völlig danebengegriffen" Zuerst werde Werbung für Herbsturlaub in Deutschland gemacht und dann müssen Hotels und Pensionen Urlauber ablehnen oder wieder nach Hause schicken, weil sie aus einem der Städte oder Landkreise kommen, die den Inzidenzwert überschritten haben. "Wir werden damit gegeneinander ausgespielt", so Leonhardt: "Denn es versteht keiner mehr und will es auch nicht mehr verstehen." Der Politik wirft er an dieser Stelle völliges Versagen vor. "Dieses Handeln ist nicht mehr transparent." Statt in immer neue Allgemeinverfügungen zu investieren, sollte dringend und schnellsten die Suche nach Medikamenten und Impfstoffen intensiviert werden, denn das Virus werde sich ständig verändern. "Wir müssen mit ihm leben, genauso wie mit den Grippeviren. Die Wissenschaft muss schauen, wie sich das Virus seit Beginn der Pandemie verändert hat", so FCE-Präsident Leonhardt.