Bei den Handballern des EHV Aue wird im Hintergrund an der neuen Saison geplant und da gibt es Veränderungen. Der Vertrag von Rüdiger Bones, der kurzfristig eingesprungen ist, läuft planmäßig aus und man wird die Trainer-Position ab 1. Juli, wie EHV-Manager Rüdiger Jurke sagt, mit einem absoluten Wunschkandidaten besetzen können. Der Name Uwe Jungandreas ist Programm. Der 63-jährige wechselt von Zweitligist Dessau-Roßlauer HV, wo sein Vertrag zu Saisonende ausläuft, nach Aue. "Wir kennen uns aus Armee-Zeiten und haben uns eigentlich immer vorgenommen, dass wir irgendwie mal was zusammen machen. Bisher hat das leider nie geklappt, doch jetzt packen wir es gemeinsam an", so Jurke, der von einer riesigen Aufgabe spricht.
Das ist der neue Trainer ab Sommer
Uwe Jungandreas ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und ist mittlerweile Opa. Er lebt in Sausedlitz, einem Ortsteil von Löbnitz, was auch sein Hauptwohnsitz bleiben wird. In Altenburg geboren, kam er mit 13 Jahren auf die Sportschule nach Leipzig und hat es als Spieler bis in die DDR-Oberliga geschafft, wo er Abwehrspezialist war. Jungandreas hat ursprünglich einmal Elektromonteur gelernt und dann seine Trainerausbildung absolviert. Seine erste Station als Trainer war Freiberg - die ersten zwei Jahre als Spielertrainer und dann als Trainer. Dann kam 1997 der Wechsel zu Concordia Delitzsch. Das Team hat er in der 3. Liga übernommen und bis in die 1.Bundesliga geführt. Nach der Insolvenz in Delitzsch hat Jungandreas im November 2010 den DHfK Leipzig übernommen in der 3. Liga und ist mit der Mannschaft in die 2. Liga aufgestiegen. Die nächste Station war ab Dezember 2013 der SC Magdeburg, allerdings nur für sieben Monate, was so geplant war. Nach Dessau-Roßlau kam er im November 2014, ist mit der Mannschaft in die 2. Liga aufgestiegen und bis dato dort Trainer.
Handball ist seine Leidenschaft
Als Trainer tätig sein zu können, bedeutet Uwe Jungandreas sehr viel: "Das ist mein Leben. Es gibt nichts Schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen und das habe ich geschafft. Es sind jetzt 35 Jahre, dass ich als Profitrainer arbeite. Ich habe den Beruf immer gelebt und das soll auch die nächsten Jahre so bleiben." In Aue ist Uwe Jungandreas viele Jahre Gast gewesen mit seinen Mannschaften und es waren immer schöne Duelle, erinnert sich der Trainer: "Die schönsten waren zu Delitzscher Zeiten, da kann ich mich noch an eine Erzgebirgshalle mit 2200 Zuschauern erinnern." Mit Rüdiger Jurke hatte der gebürtige Thüringer aus sportlicher Sicht immer mal wieder Kontakt. Jungandreas gesteht: "Schon als ich in Freiberg Trainer war, habe ich nach Aue geschaut und es war schon ein Traum, Trainer in Aue zu sein. Es hat eine Weile gedauert, doch umso schöner ist es, dass es jetzt geklappt hat. Uwe Jungandreas bringt eine ganze Menge Trainer-Erfahrung mit. Sowohl in Delitzsch als auch in Leipzig und Dessau ist es ihm gelungen, Mannschaften zu formen und zum Erfolg zu führen.
Neustart beim EHV
Mit Blick auf Aue sagt Jungandreas: "Der EHV Aue ist nach wie vor ein absoluter Traditionsverein. Wie das im Sport manchmal ist, gab es die letzten Jahre den einen oder anderen Rückschlag. Es ist Sport und da ist nicht alles planbar und manchmal laufen die Dinge nicht so, wie man es gerne hätte. Ich habe jetzt einige Spiele der Mannschaft gesehen und glaube schon, dass Entwicklungspotenzial da ist. Doch wenn man sich wieder das Ziel stellt, in die 2. Liga zu wollen, dann gibt es sehr, sehr viel zu tun.
Erst die Arbeit, dann die Ziele
Bevor wir über Ziele reden, fangen wir erst einmal an zu arbeiten und müssen schauen, was die Jungs im Stande sind zu leisten." Jungandreas hat klare Vorstellungen von der Spielkonzeption und vom System her: "Wir müssen sehen, was wir alle gemeinsam mit den Jungs draus machen." Als erstes müsse es darum gehen, dass alle in Aue wieder lächeln, so der Coach: "Sicher müssen wir arbeiten, aber die Spieler müssen Spaß am Training und bei den Spielen haben und die Leute müssen wieder gerne in die Halle kommen. Das sehe ich als allererste Aufgabe, dass es wieder ins Positive geht. Jeder kennt es von der alltäglichen Arbeit, das es mit einem Lächeln und Freude schneller und besser von der Hand geht, als wenn ein Zwang da ist." Stephan Swat, der sportliche Leiter des EHV Aue ist froh, wie er sagt, dass man mit Uwe Jungandreas einen erfahrenen Trainer gewonnen hat und jetzt hoffentlich Kontinuität reinbekommt auf der Position.
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