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Verkauf von Jugendherberge Warmbad beschlossen

Wirtschaft Aktueller Herbergsvater sorgt sich um seine Zukunft

Warmbad. 

Warmbad. Noch läuft der Pachtvertrag von Thomas Georgiew etwa vier Jahre lang. Der 55-Jährige wird also bis Sommer 2024 für die Jugendherberge Warmbad verantwortlich sein. Und eigentlich sollte sein Engagement weit darüber hinausgehen. "Ich wollte langfristig Herbergsvater bleiben, bis ich in Rente gehe", sagt Georgiew, der seine Pläne nun allerdings in Gefahr sieht. Grund ist ein Beschluss des Wolkensteiner Stadtrates, das Objekt im Ortsteil Warmbad an einen Interessenten aus Chemnitz zu verkaufen. Weil die Stadt nicht über ausreichend finanzielle Möglichkeiten für eine nötige Sanierung verfügt, musste eine Lösung in Form eines privaten Betreibers her. Gespräche zwischen Georgiew und dem künftigen Eigentümer habe es bislang aber noch nicht gegeben, sodass die Zukunft noch im Unklaren liegt.

Folgen vorerst ungewiss

Auch Georgiew selbst hatte sich beworben und dabei genau jene 79.000 Euro geboten, die die Jugendherberge nach Auskunft eines Gutachtens wert ist. Per Brief erfuhr er später, dass der Interessent aus Chemnitz 7000 Euro mehr geboten hatte und damit den Zuschlag erhielt. Unterschrieben ist der Kaufvertrag allerdings noch nicht, sodass es bislang keine Gespräche gab. Umso mehr macht sich Thomas Georgiew über die Zukunft Gedanken. "Es kann sein, dass sich nur die Bankverbindung für die Pacht ändert", sagt er. Gut möglich sei aber auch, dass der künftige Inhaber ganz andere Pläne hat. Der derzeitige Herbergsleiter sieht seine Fälle bereits davonschwimmen und hält die Augen anderweitig offen: "Man muss Plan B im Kopf haben."

Objekt bietet optimale Bedingungen

Fakt ist aber, dass die Jugendherberge Warmbad dem 55-Jährigen ans Herz gewachsen ist. Nachdem er lange auf der Augustusburg als Programmgestalter gearbeitet hatte, widmete Georgiew ab Juli 2004 seine gesamte Energie diesem Objekt. Er ging damals auch finanziell ins Risiko, um eine Sanierung und damit einen Fluchtweg im zweiten Obergeschoss zu ermöglichen. Seither waren zwischen 4000 und 5000 Übernachtungen pro Jahr zu verzeichnen. "Für diese Region ist das eine gute Auslastung", sagt der Herbergsvater, der vor allem Schulklassen gute Bedingungen bieten kann. Volleyball-, Fußball- und Grillplatz gehören ebenso zu den Freizeitangeboten wie Tischtennisplatten und Ausflüge zur nahe gelegenen Burg Wolkenstein. Auch andere Stammgäste wie prominente Radsportler kann Georgiew regelmäßig begrüßen. "Man muss sich viele Gruppen erarbeiten, um eine treue Fangemeinde aufzubauen", sagt er. Allerdings bleibt nun abzuwarten, wie lange dieser Plan noch aufgeht.