Verkehrte Welt: Igel wird gepikst

Tierschutzstation Feier zum 15-jährigen Bestehen

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Jetzt pikst es. Tierärztin Diana Fiedler hat beim Kinderfest in der Zschopauer Tierschutzstation einen Igel vor dessen Aussetzen geimpft, Leonie Meier, Lara Litvinov und Kiara Merker (v.re.) schauten ganz fasziniert zu. Foto: Dirk Trautmann

Zschopau. 15 Jahre gibt es die Zschopauer Tierschutzstation und dieser Jahrestag ist am Samstag groß begangen worden. Dabei konnten die vielen Kinder der Zschopauer Tierärztin Diana Fiedler ganz genau zuschauen, als sie einige Tiere untersuchte. Aber nicht Hunde und Katzen waren die Stars, denn der größte Hingucker war ein kleiner stachliger Geselle.

"Na ja, so klein ist er nicht mehr, denn er hat sich ziemlich heraus gemacht", sagte Christine Grzelka. Die Chefin der Tierschutzstation konnte sich noch genau erinnern, als der kleine Igel im vergangenen November hergebracht wurde. "Er wog weniger als 500 Gramm, also haben wir ihn mit Katzenfutter und Wasser über den Winter aufgepäppelt", erzählte die Zschopauerin.

1 Million Stacheln?

Am Samstag war es dann so weit, der Igel wurde ausgesetzt. Aber nicht, bevor ihm Diana Fiedler eine Spritze verpasst hatte. "Wie viele Stacheln hat denn so ein Igel", wollte sie von den Kindern wissen. Bis zu einer Million lauteten die Schätzungen. "Nein, ganz so viele sind es nicht. Es sind etwa 8.000 Stacheln", klärte die Tierärztin die Kleinen auf, die ganz vorsichtig die Stacheln berühren durften.

Dann gab sie dem Tier eine Spritze zur Entwurmung und Parasitenbekämpfung, der Igel wurde frei gelassen und Diana Fiedler widmete sich den anderen Tieren. "Jeder Tierhalter merkt, ob es seinem Tier gut geht oder nicht. Wenn der Hund beispielsweise erbricht oder Durchfall hat, sollte er zu einem Tierarzt gebracht werden", sagte die promovierte Veterinärmedizinerin, in deren Praxis auch exotische Tiere gebracht werden. "Bei Schlangen aber muss ich passen, für Exoten gibt es Tierärzte, die sich darauf spezialisiert haben", gab Diana Fiedler Hinweise.

Kleiner Igel brauchte Unterstützung

Einen Igel verarztet sie auch nicht alle Tage: "Eigentlich kommen die Tiere selbst gut über den Winter, aber dieser hatte weniger als 500 Gramm Lebendgewicht, da war es gerechtfertigt, dass er in die Tierschutzstation gebracht wurde."