Verwechslungsgefahr zwischen Speisepilz und Giftpilz ist groß

Vergiftung Nach Pilzgenuss ins Krankenhaus

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Der Pilzsachverständige Frank Demmler zeigt auf die große wulstige, kugelige Knolle des giftigen Porphyr Wulstlings, die ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist. Foto: Ralf Wendland

Aue . Den Fliegenpilz mit seiner roten Signalfarbe erkennt so ziemlich jeder als Giftpilz. Doch wie sieht das bei Wulstlingen aus? Die Verwechslungsgefahr zwischen Speisepilz und Giftpilz ist sehr hoch.

Der Pilzsachverständige Frank Demmler weiß das nur zu gut und nennt ein Beispiel: "Den giftigen Porphyr Wulstling kann man ganz leicht mit dem Grauen Wulstling und auch dem Eingesenkten Wulstling, die beide essbar sind, verwechseln. Der Giftpilz hat eine gerandete Knolle, die groß wulstige und kugelig ist. Das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal und mitunter auch eine häutige, violett-graue Scheide." Was die Manschette angeht, so sei diese beim Giftpilz ganz fein gerieft.

Bei Unsicherheit Pilze lieber stehen lassen

Was die Unterscheidung zudem schwierig macht: alle drei Pilze riechen nach Kartoffelkeller, so Demmler. Aktuell erst hat der Genuss dieses Pilzes zu einem Vergiftungsfall geführt - eine ältere Frau musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Will man sichergehen, muss der Pilz mit gesamter Stilbasis aus dem Boden gehoben und darf nicht abschnitten werden. Nur so kann man die Knolle begutachten.

Frank Demmler rät Pilzsammlern, die unsicher sind, die Pilze entweder stehen zu lassen oder sich Rat bei einem Pilzberater zu suchen. Der giftige Porphyr Wulstling, der Bufotenin, auch Krötengift genannt, enthält, hat eine halluzinogene Wirkung.