Viele Besucher beim Tag des Flüchtlings

Integration Musik und Kulinarisches wurden bei der Zschopauer Feier angeboten

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Abdull Ruseid Hamidi begeisterte das Publikum mit seiner Flöte. Foto: Andreas Bauer

Zschopau. Laut Johannes Roscher war die Feier am Tag des Flüchtlings auch an diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. "Es läuft von selbst", sagt der Krumhermersdorfer Pfarrer Johannes Roscher, der im Landkreis Erzgebirge als Integrationsbeauftragter fungiert. Seine Einladungen hätte er womöglich gar nicht verschicken brauchen.

In der Erwerbsloseninitiative Zschopau, wo sich mehrmals im Jahr Flüchtlinge und Helfer aus der gesamten Region treffen, wäre es auch so voll geworden. Grund dafür ist der Drang der Menschen, Anschluss zu finden und sich gegenseitig auszutauschen. "Viele bringen auch Gerichte mit, die typisch sind für ihre Heimatländer. Alles wird aufgetafelt, es ist immer sehr lecker" beschreibt Roscher den kulinarischen Genuss. Genauso wurde musikalisch einiges geboten - und zwar nicht nur von den Organisatoren. Auch einer der Flüchtlinge wollte etwas darbieten.

Sprachkurs im Mittelpunkt

Seine Freude war Abdull Ruseid Hamidi anzumerken, als er nach vorn kam, um ein Lied auf seiner Flöte zu spielen. "Das ist mein Hobby", erklärte der 23-Jährige aus Afghanistan. In seiner Heimat hat er eine Ausbildung zum Zahntechniker absolviert, doch diese nützt ihm nach seiner Flucht zunächst wenig. Knapp zwei Jahre ist er nun im Erzgebirge, doch im Mittelpunkt steht erst einmal der Sprachkurs. Einige seiner Mitbewohner besuchen nicht mal den, weil ihnen Dokumente fehlen, erklärt Hamidi in gebrochenem Deutsch.

Umso dankbarer seien sie, dass jeden Mittwoch eine ehrenamtliche Lehrerin ins Zschopauer Wohnheim kommt. Das hilft, die Kenntnisse zumindest etwas zu verbessern. Ansonsten ist meist Persisch die beste Möglichkeit, sich zu verständigen. Und für den Zeitvertreib sind die Hobbys ganz wichtig. Deswegen spielt Hamidi Fußball und Volleyball - oder eben seine Flöte.