Es ist ein Geräusch, das man in der Niederdorfer Sport- und Freizeithalle bis vor Kurzem selten gehört hat: Ein sattes "Tock", wenn drei Pfeile kurz nacheinander im Sisal der Dartscheibe stecken. Seit März dieses Jahres ist der Darts-Boom offiziell im Ort angekommen. Als neue Abteilung des FSV Niederdorf gegründet, haben die Darts-Freunde um Initiator Martin Schaeper bereits eine beachtliche Eigendynamik entwickelt.
Es geht um mehr als nur Pfeilewerfen
Das Ziel war von Anfang an klar: Es geht um mehr als nur Pfeilewerfen. "Man schafft da einen Treffpunkt im Ort, wo man eine Art Gemeinschaft bilden kann", erklärt Schaeper die Philosophie des Vereins. Das Angebot richtet sich dabei bewusst an absolut jeden. "Für Jung, Alt, sportlich, nicht sportlich", fasst es Schaeper zusammen.
Neue Mitglieder und Neugierige sind jederzeit herzlich willkommen
Wer jetzt an komplizierte Regeln denkt, wird beruhigt. Neue Mitglieder und Neugierige sind jederzeit herzlich willkommen, auch ohne Vorkenntnisse. "Das nötige Hintergrundwissen lernt man hier innerhalb von einem Tag", versichert Schaeper lachend. Der Abstand (2,37 Meter) und das Ziel (501 Punkte auf Null, mit einem Doppelfeld am Ende) sind schnell verinnerlicht.
Vom "Schnuppern" zum ersten Ligasieg
Trainiert wird jeden Dienstag ab 19:30 Uhr. Wer einfach mal "schnuppern" möchte, kann vorbeikommen, ohne gleich Mitglied werden zu müssen. Eigene Pfeile sind für den Anfang nicht nötig: "Dart-Pfeile sind vorhanden. Da kann er sich probieren", so Schaeper. Aktuell zählt der Verein zehn feste Mitglieder, doch die Tendenz ist steigend.
Sportlich ambitioniert
Sportlich ambitioniert ist die Truppe ebenfalls. Da man die Anmeldefrist für die offizielle Mitteldeutsche-Steeldartliga (MDSL) knapp verpasst hatte, gründeten die Niederdorfer kurzerhand mit zwei anderen neuen Vereinen aus Mittelsachsen eine eigene "Triple Hobby Liga". Das erste Spiel war direkt ein Erfolg: Ein 12:8-Sieg gegen den DC Bräunsdorf. Nächstes Jahr ist der Einstieg in die MDSL-C-Liga das erklärte Ziel.
"Wir kommen ohne Sponsoren nicht weiter"
Ein solches Projekt stemmt sich nicht von allein. Die Gründungsmitglieder investierten anfangs zwischen 1.500 und 2.000 Euro aus eigener Tasche, hauptsächlich für den Bau der mobilen Dart-Ständer. Doch schnell war klar: "Wir kommen ohne Sponsoren nicht weiter".
Ein Freund, ein Wort: Beleuchtung dank Sponsoring
Hilfe kam von Kay Ludwig, dem Inhaber des Baumdienstes Ludwig aus Oelsnitz. Ludwig, ein guter Freund von Martin Schaeper, spielt selbst zwar kein Dart, war aber von der sozialen Komponente des Vereins begeistert. Er zögerte nicht und sponserte die dringend benötigten LED-Lichtringe für die Dartscheiben - eine Sachspende im Wert von über 400 Euro. "Das ist nicht selbstverständlich", betont Schaeper dankbar.
Wo Geschichte auf Gegenwart trifft
Die Sport- und Freizeithalle ist somit ein Ort der Begegnung. Doch während die Darts-Spieler ihre Pfeile auf die Zukunft richten, wird ein paar Räume weiter die Vergangenheit bewahrt. Die Halle beheimatet nämlich auch den Niederdorfer Chronisten e. V.
Ortsgeschichte aufarbeiten und digitalisieren
Der 2018 gegründete Verein arbeitet im Auftrag der Gemeindeverwaltung daran, die Ortsgeschichte aufzuarbeiten und zu digitalisieren. Ihre Vision: "Eines Tages die Ortsgeschichte digitalisiert zu haben". Das Team um den stellvertretenden Vorsitzenden Bert Möckel pflegt ein digitales "Häuserbuch", übersetzt alte Schriften und organisiert zudem Feste wie das Pyramiden anschieben. Interessierte finden mehr unter dieser Internetadresse.
Historie und Hobbysport
In Niederdorf ergänzen sich so Historie und Hobbysport perfekt. Wer nun selbst Lust bekommen hat, Teil der neuen Darts-Gemeinschaft zu werden, kann sich für Training, Spiele oder auch Sponsoring-Anfragen per E-Mail an [email protected] wenden.
Übrigens: Hilfreiche Tipps zur Gründung erhielten die Dartsfreunde dabei vom Kreissportbund Erzgebirge.
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