Vom Abstellgleis zum Mittelpunkt

Geschichte Privater Investor bringt altes Lugauer Bahnwärterhaus wieder auf Vordermann

Seitdem das alte Bahnhofswärterhäuschen im Lugauer Zentrum das letzte Mal einen Zug sah, ist mittlerweile sehr viel Zeit vergangen. Seiner ursprünglichen Bestimmung beraubt, fristete es viele Jahre ein unbestimmtes Dasein. Doch seitdem es im Februar 2010 Matthias Rackwitz der Deutschen Bahn abkaufte, sieht die Zukunft des Gebäudes wieder rosiger aus. Er erzählt: "Inzwischen habe ich rund 35.000 Euro investiert, davon allein 18.000 Euro für den Kauf." Gas- und Elektroanschlüsse hat der 52-Jährige aus Hohndorf bereits installieren lassen. Zwölf neu hergestellte Fenster sollen demnächst eingebaut werden. Doch Matthias Rackwitz weiß, dass das erst der Anfang ist. "Ich werde eine sechsstellige Summe investieren müssen", ist er sich sicher. Eine Frist hat er sich dabei nicht gesetzt. Ob er das Gebäude später mal zu einem richtigen Wohnhaus umbauen wird, weiß er allerdings noch nicht genau. "Es soll später zwar schon meine Rentenversicherung werden", erklärt er und fügt lachend hinzu: "Vielleicht wird es aber auch mein neues Zuhause, wenn ich daheim rausfliege."

Dreiste Diebe haben dem Häuschen vor zwei Jahren das "Lugau-Bahnhof"-Schild entwendet, doch auch hier wurde bereits Ersatz beschafft. "Von Geschäftsführer Wolfgang Kies vom Schilderwerk Beutha habe ich ein noch größeres Schild mit der Aufschrift 'Lugau-Mitte' bekommen", berichtet Matthias Rackwitz, der selbst Mitglied des Netzwerks "Lugau-Mitte" ist, welches sich mit dem gesamten Areal der Bahnhofswiederbelebung für den Wettbewerb "Ab in die Mitte" beworben hat. Damit erhofft man sich eine Belebung des Lugauer Stadtkerns.