Vom Dorfbrand zur Drohneneinheit: Feuerwehr Adorf blickt auf 150 Jahre Geschichte zurück

Seit vielen Jahrzehnten sorgt die Feuerwehr Adorf für Sicherheit im Ort und prägt das gesellschaftliche Leben. Zum runden Jubiläum und zehnten Floriansfest wird ein ereignisreiches Festwochenende mit tausenden Besuchern erwartet.

Adorf/E

Die Feuerwehr Adorf wurde im Juni 1876 gegründet und begeht in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Dabei fällt das Jubiläum zufällig mit dem 10. Floriansfest vom 12. bis 14. Juni zusammen, das seit 1994 nur alle drei bis vier Jahre veranstaltet wird.

Veranstaltung als feste regionale Marke

Bereits im März wurde der Geburtstag mit einer internen Festveranstaltung gefeiert. „Das Floriansfest ist natürlich der Höhepunkt unseres Festjahres“, erläutert der langjährige Adorfer Wehrleiter Rico Bochmann. „Unsere Generation plant und organisiert inzwischen bereits das sechste Fest. Die Veranstaltung hat sich zu einer festen regionalen Marke entwickelt.

Musikalische Unterbreitung und Festumzug

Das Programm kann sich sehen lassen: Sieben Live-Bands sowie mehrere Orchester und Kapellen sorgen für musikalische Unterhaltung. Zu den Gästen zählen unter anderem die Swing‘n Sax Bigband aus Lichtenstein sowie die Prinzenberger aus dem Vogtland. Ein weiterer Höhepunkt wird der große Festumzug am Sonntag sein, der durch den gesamten Ort führt.

Zusammenkommen der Feuerwehren

Auch zahlreiche Feuerwehren aus anderen Regionen haben ihr Kommen angekündigt. Die weiteste Anreise nimmt die Feuerwehr Nieder-Wiesen aus Rheinland-Pfalz auf sich. Die Partnerwehr aus Diemelsee-Adorf in Hessen reist sogar mit einem historischen Feuerwehrfahrzeug an. „Allein die Fahrt wird mehrere Tage dauern“, berichtet der stellvertretende Wehrleiter Stefan Grabner.

Geschichte der örtlichen Feuerwehr

Dabei reicht die Geschichte des organisierten Brandschutzes in Adorf deutlich weiter zurück als bis zur offiziellen Gründung im Jahr 1876. Nach Angaben von Rico Bochmann existierten bereits ab etwa 1840 lose Zusammenschlüsse, überwiegend aus Bauern bestehend, die sich um den Brandschutz im Ort kümmerten. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Feuerspritze Adorfs.

Über viele Jahre hinweg hat sich Rico Bochmann intensiv mit der Geschichte der Feuerwehr beschäftigt und umfangreiche Recherchen betrieben. Das Ergebnis ist eine 170 Seiten umfassende Chronik, die pünktlich zum Jubiläum erschienen ist. Sie dokumentiert nicht nur die Entwicklung der Feuerwehr, sondern beleuchtet auch die Ortsgeschichte und die Lebensbedingungen der Menschen in den jeweiligen Epochen. „Im Mittelpunkt stehen die Menschen“, betont der Wehrleiter. „Was nützen die schönsten Spritzen und Fahrzeuge, wenn niemand da ist, der sie bedient? Das galt 1876 und ist heute aktueller denn je.“

Großes Engagement

Sorgen um den Nachwuchs oder die Einsatzbereitschaft muss sich die Adorfer Wehr derzeit nicht machen. Die Einsatzabteilung zählt 44 Mitglieder, hinzu kommen 25 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Im Musikzug engagieren sich 20 Kameradinnen und Kameraden, während die Alters- und Ehrenabteilung derzeit 45 Mitglieder umfasst.

Unterstützung der örtlichen Unternehmen

Große Unterstützung erfährt die Feuerwehr auch aus der Bevölkerung und von den örtlichen Unternehmen. Erst im März erhielt die Drohneneinheit der Wehr durch einen Sponsor ein neues Fluggerät. Darüber hinaus trägt seit 2007 ein Feuerwehrförderverein die Arbeit der Wehr mit. Ihm gehören inzwischen 197 Mitglieder an. Gleichzeitig fungiert der Verein als Träger des Floriansfestes.

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