Vom Ehrgeiz geprägt

Präsidentenwahl Neuer FCE-Boss ist Lothar Lässig

Ich bin kein Lautsprecher", sagt Lothar Lässig, der frischgebackene Präsident des FC Erzgebirge Aue. "Ich bin auch keiner, der übers Spielfeld läuft und auf das nächste Interview wartet", fügt er hinzu. Er agiere viel lieber im Hintergrund. Tiefgestapelt? Sicher nicht. Nach seinem Interviewmarathon nach seiner Berufung zum Vereinschef atmet der 59-Jährige tief durch und raunt Landrat Frank Vogel, der gleichzeitig den Vorsitz im Aufsichtsrat des Vereins inne hat, erleichtert zu: "Geschafft!" Für seine Antrittsrede bekommt der Bockauer viel Applaus und von den Weggefährten ein Schulterklopfen. "Genau die richtigen Worte." Oder auch "Gut gemacht", heißt es dort immer wieder. Mit seinem Vize Jens Stopp verbindet ihn, nach eigener Aussage, eine Freundschaft.

Privates gibt Unternehmer Lässig eher sparsam preis. Nur so viel: "Ich bin verheiratet, habe drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn." Letztgenannter arbeite in der Elektrowerkzeuge GmbH Eibenstock mit, die gleichzeitig Trikotsponsor bei den Veilchen ist. Insgesamt hat Lässig sechs Firmen oder ist an diesen zumindest beteiligt.

Beim FC Erzgebirge Aue ist der 59-Jährige kein Unbekannter. Bisher gehörte er dem Aufsichtsrat an. "Präsident ist kein Job, um den man sich reißt. Ich habe mir die Entscheidung reiflich überlegt." Dass er sich als Vereinsboss nicht ausschließlich um die Belange der Zweitliga-Kicker kümmern wird, lässt seine Vita vermuten. Nicht umsonst sahen sich die Kicker von Trainer Karsten Baumann unlängst einen Kampf in der 1. Ringer-Bundesliga an. In früheren Jahren war Lothar Lässig ein erfolgreicher Zweikämpfer auf der Matte. Aus seiner sportlich aktiven Zeit stammen auch seine wohl wichtigsten Charakterzüge: "Ich bin sehr ehrgeizig und besitze eine große Ausdauer." Kampfgeist erwartet Lässig von den Spielern. Wenn dieser stimme, mache er sich um den Verbleib im Fußball-Unterhaus auch keine Sorgen.