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Vom Tun und Lassen

Das Wort zum Sonntag von Michael Wetzel

"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun." - Dieser Satz des französischen Dramatikers Moliere (1622-1673) ist zum geflügelten Wort geworden. Seine Zeitgenossen wollte Moliere damit anleiten, die Folgen ihres Tuns und Lassens zu bedenken. Diese Aufgabe stand und steht zu allen Zeiten. Auch die Bibel redet von der Verantwortung, die jeder Mensch für sein Leben hat. Im Lukas-Evangelium, Kapitel 12, Vers 48, sagt Jesus Christus: "Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern." Meine ersten Gedanken beim Lesen dieser Worte sind durchaus unbehaglich. Ja, Verantwortung ist nicht leicht - je mehr man davon hat, desto schwerer kann sie auf einem lasten. Andererseits: nicht der Willkür, sondern der fairen Berücksichtigung meiner Möglichkeiten und Grenzen wird hier eine Lanze gebrochen. Das imponiert mir. So also darf ich Gott erfahren: zuerst als einen, der vielfältige Dinge in das menschliche Leben legt, der Lebens- und Entfaltungsmöglichkeiten schenkt. Aber dann auch als einen, der darauf schaut, was ich daraus gemacht habe. Einen, der nicht möchte, dass ich die Hände in den Schoß lege, sondern meinen Verstand, meinen Besitz, meine Talente einsetze für Gutes, für Mitmenschlichkeit, für die Linderung der Nöte von Menschen.



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