Von der "Illegalität" in die Normalität

Baureport Wochenendsiedlung wird zu regulärem Wohngebiet "Am Hohen Rad"

Crandorf. Für die 67 Bewohner der 42 Häuser des Wohngebietes "Am Hohen Rad" hat ein zähes Ringen mit allen Beteiligten nach 17 Jahren endlich zum Erfolg geführt", sagte Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer. Am 11. Oktober konnte die Erschließungsstraße feierlich übergeben werden. "Man mag es kaum glauben, dass sich aus einem Wochenendhausgebiet ein Wohngebiet entwickelte und die Bewohner jetzt sagen können: "Ich wohne nicht mehr illegal, sondern rechtens."

Die Leute gründeten einen Siedlerverein und traten 1995 mit der Bitte an die Stadt heran, das Terrain zu einem regulären Wohngebiet zu gestalten. Auch der Ortschaftsrat von Grünstädtel unterstützte die Bemühungen der Siedler. Und für die frisch- und abwasserseitige Erschließung des Geländes war nunmehr der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge gefordert. Geschäftsführer Frank Kippig zählte die Chronologie seit 2005 auf und nannte als wichtige Eckpunkte unter anderem: "Mit dem Erschließungsvertrag vom AW-Netz Vogelherd, der Grundsatzberatung ein Jahr später zwischen Stadt, ZWW und den Grundstückseigentümern wurden die ersten Voraussetzungen geschaffen. Ein weiterer Schwerpunkt war im Jahr 2010 die große Versammlung mit dem Siedlerverein, und die Bilder einer Kanalbefahrung, die gezeigt wurden, verdeutlichten den Ernst der Lage."

Aufatmen, als am 1. Dezember 2011 endlich der Vertrag unter Dach und Fach war. Rund 700.000 Euro, davon 300.000 Euro gefördert, wurden in den Bau der Trink- und Abwasserleitungen sowie in den Straßenbau investiert. Etwa zehn Prozent der Gesamtkosten trägt die Stadt. Den Rest mussten die Siedler selbst aufbringen.