Von Radkammer zum Mundloch

Tourismus Museum Silberwäsche besitzt ein Kleinod

Es war im Dezember 2012, als Peter Nerger, der gemeinsam mit seiner Frau Ursula in Verantwortung des Heimatverein Silberwäsche Antonsthal das Technische Museum betreut, berichten konnte: "Das große Wasserrad war morsch, Zulaufrinne und fünf der 15 Pochstempel sowie der Unterbau des Pochwerkes mussten erneuert werden. Im Boden wurde eine Betonplatte eingelassen. Dafür wurden rund 123.000 Euro benötigt. Für die Generalsanierung mussten die Mittel über den Europäischen Fond für regionale Entwicklung kommen und ein grenzübergreifendes Projekt zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik in der Zentralregion Erzgebirge gestemmt werden." Seitdem können zu Mettenschichten und Führungen die Besucher das Klopfen der Hämmer wieder vernehmen. Ein weiteres Kleinod wurde geschaffen. Eine alte Wasserradkammer wurde zu einem Mundloch umgestaltet. "Das Mundloch wurde durch Spenden einiger Mitglieder des Heimatvereins mitfinanziert", betont Nerger. Zu sehen sind Mineralien, wie sie in der Region vorkommen. Dazu ein Bergmann, den Kunstguss Döhler aus Sosa herstellte, ein alter Förderkorb und Lampen, die Schüler fertigten.

Zu sehen ist im Pochwerk aktuell die neue Sonderausstellung mit dem Titel "Bach-Dokumente im Bergarchiv Freiberg". Ausgestellt sind dabei 15 großformatige Dokumentationstafeln als Beleg dafür, dass der berühmte Komponist ein Bergwerk in Sachsen unterstützte. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Staatsarchiv und des Vereins der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg entstand, wird neben der ständigen Schau bis zum 20. Oktober von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 14 Uhr zu sehen sein.

Im Technischen Museum, das sich in einem denkmalgeschützten Haus befindet, erfahren die Besucher Wissenswertes über die 300-jährige Bergbautätigkeit in Antonsthal und können anhand von Sachzeugen den Weg des silberhaltigen Gesteins vom Abbau bis zur Verhüttung verfolgen.