Von Steinpilzen bis "Krause Glucke"

Pilzberater Anja Krauß aus Markersbach gehört zu den Kennern der Waldfrüchte

Pilzberaterin Anja Krause aus Markersbach hatte noch einmal die günstige Witterung genutzt und die artenreichen Früchte des Waldes aus dem Forst zu Ausstellungen in die Katzensteiner Agrargenossenschaft zum Erntedankfest nach Zwönitz geschleppt. Die 37-Jährige gehört zu den derzeit 28 Pilzberatern aus dem Erzgebirgskreis, die Ansprechpartner sind, wenn ein Schwammegänger mal an die Grenzen seines Wissens stößt. Auf einem langen Tisch waren rund 250 Arten von essbar über genießbar bis giftig aus den heimischen Wäldern ausgebreitet. Sie beantwortete gerne alle Fragen zu Speisepilzen und gab wertvolle Tipps zum Erkennen und Verarbeiten von Pilzen. Zu den Prachtexemplaren gehörte ein Fichten-Steinpilz, über den man auf Grund seiner Größe kaum stolpern konnte und auch eine ansehnliche "Krause Glucke" mit vielen "Küken" war darunter. Zu den seltenen Exemplaren gehörten die "Wurmförmige Keule" und die "Herkuleskeule": "Im Großen und Ganzen gehörte das Jahr 2012, genau wie 2011, nicht zu der Top-Pilzsaison", betonte Anja Krauß. Die Witterung war viel zu nasskalt. Ursula Körner aus Erlbach wollte wissen, wie man eine Krause Glucke - auch "Fette Henne" genannt - zubereitet: "Glucke erst mal grob vorsäubern, dann komplett für eine halbe Stunde ins Wasser legen, damit die kleinen Bewohner rauskommen. Keine Angst, im Gegensatz zu Röhrlingen wie Steinpilze oder Maronen zieht dieser Pilz kein Wasser und wird dadurch nicht labbrig. Rausnehmen, abtropfen lassen, in Scheiben schneiden, dabei das `Büschelige` um die Filets weitgehend abschneiden, trocknen, salzen, pfeffern, nach Geschmack würzen, scharf anbraten, das Blätterzeug klein hacken, dazugeben und danach bis 20 Minuten leicht köcheln lassen."