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Vor 25 Jahren Begeisterung und Trauer am Sachsenring

1990 Der alte Sachsenring wird für immer geschlossen

Jubel rund um Hohenstein-Ernstthal. Der Sachsenring hat Wochen nach der politischen Wende das erste große internationale Rennen auf dem Programm. 400 Rennfahrer haben gemeldet und die Verantwortlichen ziehen 16 Nationen-Flaggen auf, von denen viele am Queckenberg rund 20 Jahre nicht gesehen worden. Die marktwirtschaftlichen Bedingungen schien auch am Ring zu greifen - Versorgungslücken waren urplötzlich verschwunden. Der Sachsenring wurde über Nacht bunter - Flaggen, Werbebanner und Hunderte von Verkaufsständen, an denen man von der Banane bis zum neuesten Sturzhelm alles kaufen konnte.

Für die Sicherheit asphaltierten die Verantwortlichen vier Kilometer des alten Rings von der Nötzold-Kurve bis zum Queckenberg. Aber die Stadt blieb mit all ihren gefährlichen Ecken sowie zum ersten Rennen 1927.

Leider kamen nur 60.000 Besucher - anstatt der Dreifachmenge. Warum? An diesem Wochenende gab es für die Motorsportfans im Osten Deutschlands die ersten D-Mark. Für viele Grund genug, diese nicht am Sachsenring auszugeben, dafür ihre Reise nach Hessen oder Bayern anzutreten.

Sportlich gab es das erste Mal in Sachsen den Sound der 750-ccm starken Superbiker zu hören. Manfred Fischer (Hanau), der Honda-Spezie und Peter Rubatto, alias Mister Superbike, mit der Bimota sorgten für ein riesiges Spektakel. Ergebnis: Rubatto fuhr einen neuen Sachsenring-Rekord mit 181, 220 km/h und löschte damit Giacomo Agostinis Bestleistung von 1968 mit 176, 79 km/h aus. Das war auch das Letzte, was auf diesem Kurs herauszuholen war. "Kopf und Kragen haben wir riskiert - mit 150 Sachen durch die Stadt", meinte Rubatto, "oftmals zwei Meter von der Hauswand entlang."

Das bezahlten einige Sportler an diesem Renntag mit dem Leben: Bernhard Findeisen, der Schönebecker, schlug oberhalb vom "Alberschlösschen" im Rennen der 250er an eine Betonsäule und an gleicher Stelle verunglückte auch Reiner Tews im Rennen der 500-ccm-Klasse tödlich.

Der am Renn-Samstag am Birkenhain gestürzte Edgar-Peter Leyer (125ccm) verstarb drei Tage später im Klinikum in Karl-Marx-Stadt.

Diese drei Toten sorgten auch dafür, dass 1990 mit diesem Rennen der alte Sachsenring für immer gestorben war. Die Trauer überwog dem anfänglichen Jubel...



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