Warum das "stets erreichbar sein" nicht immer ein Segen ist

Angemerkt Kommentar von Ulli Schubert

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"Was machst Du morgen?", frage ich. "Wir fahren über Pfingsten weg", antwortet die Ortsvorsteherin. Und fügt an: "Ich bin aber erreichbar, du kannst mich anrufen." Immer erreichbar, selbst im Urlaub und an Feiertagen wie dem Pfingstfest. Längst hat sich die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit aufgelöst. Längst kennen wir die Folgen. Fachleute können eine ganze Litanei aufzählen, wie etwa die stete Zunahme psychischer Krankheiten.

Smartphones immer in Reichweite

Viele arbeiten länger, weil sie müssen, weil der Chef es verlangt, ganz offen oder unterschwellig. Oder auch, weil man langjährigen oder netten Kollegen (Chefs können das auch sein) eine Bitte nicht abschlagen kann. Das Smartphone stets in Reichweite. Ein Gericht - man hat noch nie gehört, das ein solches am Wochenende tagt - das Thüringer Landesarbeitsgericht also hat jetzt entschieden, dass ein Arbeitnehmer grundsätzlich nicht verpflichtet ist, seine private Mobilfunknummer beim Arbeitgeber anzugeben. Tja, Pech gehabt. Meine hat er schon.