Warum diese Stadt im Erzgebirge jetzt "Kommune des Jahres" ist

Mutige Entscheidungen im Gesundheitssektor waren ausschlaggebend

Region

Mehr als 430 Gäste kamen am Donnerstag zur Verleihung des Unternehmer-Preises des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) nach Potsdam. Unter dem Motto "Mut. Miteinander. Möglichmacher" ehrte der Verband Menschen, Unternehmen und Kommunen, die sich den Herausforderungen ihrer Region stellen und diese aktiv gestalten. Eine Stadt im Erzgebirge konnte dabei in der Kategorie "Kommune des Jahres" überzeugen.

Anerkennung für besondere Leistungen im Osten

Der Preis steht seit jeher für Erfolg in Unternehmen, ein lebendiges Vereinsleben und lebenswerte Städte und Gemeinden. OSV-Präsident Ludger Weskamp würdigte die Kandidatinnen und Kandidaten in seiner Rede eindrücklich: "Ausgezeichnet werden mutige Menschen, die allen Krisen trotzen und Herausforderungen zu Chancen für die Gesellschaft machen. Sie stehen für die Leistungsstärke und die Kreativität der ostdeutschen Städte und Landkreise. In diesen bewegten Zeiten brauchen wir Menschen, die etwas bewegen."

Eine Kommune überzeugt die Jury

Am Wettbewerb "Kommune des Jahres" konnten Städte und Gemeinden teilnehmen, die durch engagierte Wirtschaftsförderung ihre Standortattraktivität gesteigert und Ansiedlungen von Unternehmen unterstützt haben. Eine Kommune aus dem Geschäftsgebiet der Erzgebirgssparkasse stach dabei besonders hervor.

"Sehnsuchtsort" im ländlichen Raum

Nach der offiziellen Verkündung in Potsdam stand fest: Die Stadt Schneeberg erhält den Titel "Kommune des Jahres" in Sachsen. Große Freude herrschte auch bei der Erzgebirgssparkasse. Vorstandsmitglied Manuela Willimowski, die gemeinsam mit Bürgermeister Ingo Seifert die Preisverleihung besuchte, gratulierte herzlich: "Der Preis für die Kommune des Jahres in Sachsen geht hochverdient nach Schneeberg und honoriert das hohe Engagement der Verantwortlichen, Schneeberg zu einer lebenswerten Stadt im Erzgebirge und - wie in der Studie ‚Wohn- und Lebenskonzepte in der Peripherie‘ bescheinigt - zu einem ‚Sehnsuchtsort‘ im ländlichen Raum zu machen."

Neue Wege im Gesundheitswesen

Ausschlaggebend für die Ehrung waren mutige Entscheidungen im Gesundheitssektor. 2020 schloss das traditionsreiche Bergarbeiterkrankenhaus aufgrund einer Insolvenz. Bürgermeister Ingo Seifert erinnert sich: "Damit drohte ein erheblicher Rückschritt bei der medizinischen Versorgung unserer Region." Doch die Stadt entschied sich für einen Neuanfang. Mit hohem Engagement und nicht unerheblichen finanziellen Risiken - darunter der Kauf und die Renovierung des Gebäudes - wurde die Grundlage für ein neues medizinisches Konzept geschaffen.

Die Rückkehr der Poliklinik

Das Ergebnis dieses Kraftakts ist die "Poliklinik Bergstadt Schneeberg". Heute praktizieren dort zwei Hausärzte, drei Fachärzte, zwei Chirurgen und ein Neurochirurg, unterstützt von 15 medizinischen Fachkräften. Darüber hinaus gehören ein Zahnarzt, eine Gynäkologie und psychotherapeutische Angebote zum Versorgungsspektrum. Seifert: "Unsere Poliklinik ist ein Symbol für die Kraft des Miteinanders, für verantwortliches Handeln in schwierigen Zeiten und für die Fähigkeit, aus Krisen Chancen zu machen."

13 Sieger aus knapp 280 Bewerbungen

Insgesamt setzten sich 13 Preisträger unter knapp 280 Bewerbungen durch. Ausgezeichnet wurden je ein Preisträger aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt in den Kategorien "Unternehmen des Jahres", "Verein des Jahres" sowie "Kommune des Jahres". Traditionell vergibt auch die SuperIllu einen Sonderpreis. Aus Sachsen kommen in diesem Jahr gleich drei Sieger: Neben Schneeberg wurden die Max Knobloch Nachf. GmbH aus Döbeln als Unternehmen des Jahres sowie der Riesaer Cheerleaderverein e. V. als Verein des Jahres geehrt.

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