Warum ein erzgebirgischer Schneemann mitten im Sommer die USA erobert

Eine spezielle Figur soll einer Grünhainichener Kunsthandwerksfirma dabei helfen, auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Der Zeitpunkt wurde ganz bewusst gewählt.

Grünhainichen

Vor 250 Jahren haben die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Der Nationalfeiertag, der alljährlich am 4. Juli zelebriert wird, war diesmal also von ganz besonderer Bedeutung. Genau das hat sich eine kleine Firma aus dem Erzgebirge zu Nutze gemacht, die mit ihrem Kunsthandwerk gern auch in den USA Anklang finden würde. Sie hat eine kleine Schneemann-Figur entworfen, die mit ihren Farben und ihrer Ausstattung das Publikum im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ansprechen soll. Und die ersten Reaktionen lassen durchaus hoffen.

Beliebtes Motiv mit US-Flair

In Kooperation mit einer Firma, die auch in Amerika gut vernetzt ist, lief das Projekt gut an. „Als der Newsletter im Online-Shop veröffentlicht wurde, waren innerhalb von nur einer Stunde die ersten 30 Stück raus“, berichtet Karl-Gustav Hobler. Der Holzspielzeugmachergeselle ist der Sohn von Firmenchef Dirk Hobler – und hat den Schneemann entworfen. „Er ist ein beliebtes Motiv, das auf der ganzen Welt bekannt ist“, erklärt der 22-Jährige, der dieser Version mit rotem Schal und blauem Hut die amerikanischen Farben verpasst hat. Dazu verleiht ein Schild mit Streifen und Sternen im Stile der US-Flagge der kleinen Figur ein ganz spezielles Flair.

Reise nach Indiana geplant

Die Erzgebirger lassen es klein angehen, die erste Auflage des neuen Schneemanns umfasst gerade mal 100 Exemplare. Die sind bereits vergriffen, zumal solche Raritäten auch bei Sammlern in Deutschland heiß begehrt sind. Gut möglich aber, dass die Stückzahl noch steigt. „Das ist ein Prozess. Wir freuen uns, dass wir ihn anstoßen konnten“, sagt Dirk Hobler und ergänzt: „Wenn Interesse da ist, werden wir die Kontakte vertiefen.“ Dabei helfen könnte auch ein Besuch von Karl-Gustav Hobler in Amerika. Der junge Grünhainichener wird gegen Ende des Jahres – zusammen mit weiteren Erzgebirgern – für eine Woche einen bekannten Weihnachtsmarkt in Carmel im US-Bundesstaat Indiana besuchen, um dort sein Handwerk vorzustellen. Carmel ist die Partnerstadt von Seiffen, wo der Holzspielzeugmacher seine Ausbildung absolvierte.

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