Noch vor kurzem hat Rosalie Unglaube über Olympia-Träume gesprochen, nun folgt das überraschende Karriereende. Unmittelbar nach dem letzten Deutschlandpokal-Rennen in Ruhpolding hat die 20-jährige Tannenbergerin, die seit 2020 am Stützpunkt in Oberhof trainierte, ihren Abschied vom Biathlonsport bekanntgegeben. „Ich hatte selten so viele Tränen und Schmerzen. Das war die härteste Entscheidung meines Lebens“, sagt die Erzgebirgerin, die über ihren Schritt im Vorfeld des Rennens nur die Eltern und ihre beste Freundin informiert hatte. Und die bereiteten ihr in Ruhpolding dann einen rührenden Abschied.
Gänsehautmoment auf der Zielgeraden
Statt auf der Zielgeraden um eine Medaille zu kämpfen, kämpfte Rosalie Unglaube mit den Tränen. „Danke Rosalie!“ las sie dort auf hölzernen Buchstaben, die ihre engsten Vertrauten für sie mitgebracht hatten. Dass die 20-Jährige durch ein mittelmäßiges Rennen in der Gesamtwertung vom 2. auf den 5. Platz zurückgefallen war, spielte da keine Rolle. Und selbst der 3. Platz, den sie mit der thüringischen Staffel bei der vor Ort ausgetragenen Deutschen Junioren-Meisterschaft erkämpfen konnte, war nur noch ein kleiner Trost am Rande. Denn beim Zieleinlauf realisierten alle, dass die Tannenbergerin Schluss mit dem Leistungssport macht.
Mit 12 auf die Sportschule
„Man sieht von Außen nicht alles“, schreibt Rosalie Unglaube in einem Instagram-Post zu ihrem Abschied. Darin lässt sie ihre Karriere noch einmal kurz Revue passieren, die mit 6 Jahren begann, sie als Zwölfjährige ans Oberwiesenthaler Internat und später nach Oberhof führte. Erkennbar war ihr Stolz vor allem auf die letzten beiden Jahren, als sie unter anderem deutsche Junioren-Vizemeisterin wurde, und die Freude über viele großartige Menschen, die ihr zur Seite standen und denen sie nun dankt - allen voran ihrer Familie.
Die andere Seite des Leistungssports
Genauso schreibt die Sportlerin aber auch von einer „Phase, in der ich wirklich am Limit war“. Die Frage, ob es besser wäre, die Reißleine zu ziehen, habe sie schon da gestellt. Aufgeben wollte sie aber nie: „Bei mir gab es nur 100 Prozent. Egal, wie schwer es war.“ Nun hat Rosalie Unglaube doch die Reißleine gezogen, will dem Sport aber in beruflicher Hinsicht treu bleiben. Eine Tätigkeit zum Beispiel im Fitness- oder Gesundheitssport sei ebenso vorstellbar wie im Sportmanagement: „Ein Leben ohne Sport wird es für mich nicht geben.“
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