Warum ein Hobbybastler über 150 historische Radios besitzt

Sammlung In der Radiosammlung von Volker Fischer befinden sich besonders alte und außergewöhnliche Geräte. Nach einem speziellen Radio ist er aber bis heute noch auf der Suche

Lauter. 

Lauter. Volker Fischer hat eine große Leidenschaft für Funktechnik und Radios, seine Sammlung umfasst inzwischen 150 Radios. "Meine ältesten Geräte sind ein Röhrenradio Siemens RFE 24 aus dem Jahr 1928 und ein Telefunken T4 von 1929", erzählt der Geschäftsführer der Rundfunk-Fernsehen-Elektronik Schwarzenberg GmbH. Die Radios hatten damals noch keinen Stromanschluss, für den Betrieb waren zwei spezielle Batterien notwendig. Außerdem musste der Lautsprecher extra angesteckt werden. Beide Geräte haben heute einen hohen Sammlerwert. Ein weiterer Schatz in seiner Sammlung ist ein Röhrenradio Olympia 5 der Firma Sachsenwerk von 1935. "Das besondere an diesem Exemplar ist die Kinoskala, die zur damaligen Zeit schon den Namen des Radiosenders anzeigt", erklärt der 55-Jährige aus Lauter, der seiner Sammlung gerne noch ein außergewöhnliches Radio hinzufügen möchte. "Ich bin noch auf der Suche nach einem Röhrenradio von Ingelen, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Österreich produziert wurden". Ein solches Radio besitzt als Skala eine Europakarte. In der Stadt, in der sich der Sender befindet, blinkt schließlich ein Licht auf.

Von Kindealter an ein begeisteter Radio-Bastler

Volker Fischer entwickelte sein Interesse für historische Radios bereits im Vorschulalter. Zu dieser Zeit besaßen seine Eltern und Großmutter schon Röhrenradios. "Mein Vater baute einen Traktor selbst auf und auch mein Bruder hatte eine große Bastelleidenschaft. Sie haben mich mit diesem Hobby angesteckt", erinnert sich Volker Fischer. Sein erstes eigenes Radio war ein defektes Taschenradio, welches er einem Klassenkameraden für fünf DDR-Mark abkaufte. Ein funktionierendes Radio konnte er damals nicht kaufen, da es rund das Zehnfache gekostet hätte. Um trotzdem ein eigenes Radio zu besitzen, kaufte er das Defekte und reparierte es mithilfe eines Radiobastelbuches.

Im Laufe der Jahre bekam er von Freunden und Bekannten zunehmend alte Radios und Fernseher geschenkt, wenn diese ihre Geräte wegen Neuanschaffungen aussortierten. Manche davon setzte er wieder instand und verkaufte sie, die anderen zerlegte er. 1981 begann Volker Fischer dann eine Ausbildung zum Funkmechaniker bei der heutigen RFE GmbH. Nachdem er diese erfolgreich beendete, wurde er als Servicetechniker übernommen. 1995 mussten sie eine Filiale in Johanngeorgenstadt auflösen. Im Lager befanden sich ein Volksempfänger und ein Röhrenradio von Saba aus dem Jahr 1934. Volker Fischer beschaffte eine Antenne dafür, setzte es instand und war von der Qualität begeistert. Über seinen Schwager, der auch bis heute alte Radios sammelt, lernte er viele Sammler kennen. Sie haben ihm Geräte überlassen, die sie aus ihren eigenen Sammlungen aussortierten.

Von Volker Fischers 150 Radios ist etwa die Hälfte nicht repariert, manche hat er auch doppelt. Er sagt: "Mein Wunsch ist es, die Geräte irgendwann einmal themenweise auszustellen und sie dabei auch vorzuführen."